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Statt Strafen gegen den Iran London erwägt europäische Mission im Golf

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Nichts, was mit dem US-Druck auf Iran zu tun hätte: Der britische Außenminister Hunt schlägt eine europäische Schutzmission in der Tankerkrise mit Iran vor.

(Foto: imago images / ZUMA Press)

Von Strafen gegen den Iran war in London die Rede. Nun ist alles eine Nummer kleiner: Außenminister Hunt spricht jetzt von einer Schutzmission für den Persischen Golf. Die soll - mitten im Brexit-Prozess - eine "europäische" werden. Derweil heißt es aus den USA, jedes Land solle die eigenen Schiffe schützen.

Großbritannien hat eine europäische Schutzmission für die Schifffahrt im Persischen Golf angekündigt. Das sagte der britische Außenminister Jeremy Hunt nach einer Dringlichkeitssitzung des Krisenkabinetts in London. Zugleich betonte Hunt, sein Land suche keine "Konfrontation" mit Teheran nach der Festsetzung des unter britischer Fahne fahrenden Tankers "Stena Impero" durch den Iran.

"Wir werden nun die Aufstellung einer europäisch-geführten maritimen Schutzmission anstreben, um die sichere Durchfahrt sowohl der Besatzungen als auch der Ladungen in dieser zentralen Region zu unterstützen", sagte Hunt. Die geplante Mission sei jedoch "kein Teil der Politik des Drucks der USA auf den Iran", sagte er. "Wir suchen keine Konfrontation mit dem Iran."

Die iranischen Revolutionsgarden hatten den britischer Öltanker am Freitag in der Straße von Hormus mit der Begründung gestoppt, dass er nach einer Kollision mit einem Fischereischiff einfach weitergefahren sei. Die Aktion geschah allerdings nur wenige Stunden nach einer Entscheidung des Obersten Gerichts von Gibraltar, die Festsetzung des iranischen Tankers "Grace 1" um 30 Tage zu verlängern.

Pompeo: "Verantwortung für unseren Teil"

Die britischen Behörden hatten den Tanker am 4. Juli im Mittelmeer unter dem Verdacht festgesetzt, dass er unter Verstoß gegen EU-Sanktionen Öl nach Syrien bringen wollte. Der Iran bestreitet dies und sieht das britische Vorgehen als illegal an.

Nachdem sich die US-Regierung im Konflikt um den britischen Tanker zuvor verbal an die Seite von Großbritannien gestellt hatte, machte US-Außenminister Mike Pompeo deutlich, dass er andere Länder in der Pflicht sieht, für die Sicherheit ihrer Schiffe im Persischen Golf zu sorgen. "Die Vereinigten Staaten tragen eine Verantwortung für unseren Teil, aber die Welt muss auch einen großen Beitrag dazu leisten, dass diese Seewege offen bleiben", sagte Pompeo in einem Interview des Senders Fox News.

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Quelle: n-tv.de, mau/AFP/dpa

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