Politik

Rechtsextreme und Islamisten London geht von steigender Terrorgefahr aus

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"London vereint" steht in Großbuchstaben auf der Brücke der britischen Hauptstadt. Das soll an die Opfer der zahlreichen islamistischen Anschläge in London erinnern.

(Foto: picture alliance / Dominic Lipin)

Ein Jahr nach dem Attentat an der London Bridge gedenken die Briten den Opfern der vielen islamistischen Anschlägen. Doch die Terrorgefahr im Land ist noch längst nicht gebannt. Im Gegenteil: Die Bedrohung wächst.

In Großbritannien steigt nach Angaben des Londoner Innenministeriums die Gefahr durch Terror-Anschläge. "Wir gehen davon aus, dass die Bedrohung durch rechtsextremen Terrorismus wächst", teilte das Ministerium mit. Auch die Gefahr islamistischer Attacken bleibe "noch mindestens zwei Jahre auf ihrem gegenwärtig erhöhten Niveau" - sie könne aber auch zunehmen, hieß es.

Die Behörde veröffentlichte ihre Prognose anlässlich des Gedenktages für die Opfer des Anschlags auf der London Bridge und den nahen Borough Markt vor einem Jahr. Damals töteten drei islamistische Attentäter acht Menschen, etwa 50 erlitten Verletzungen. Binnen eines Jahres war Großbritannien von fünf Terroranschlägen getroffen worden.

Insgesamt vereitelten dem Innenministerium zufolge Spezialkräfte seit März 2017 zwölf islamistische und vier rechtsextreme Anschläge. Etwa 3000 potenziell gefährliche Personen stünden unter Beobachtung. Die drei islamistischen Attentäter fuhren am 3. Juni 2017 mit einem gemieteten Transporter auf der Brücke gezielt in Passanten und töteten so drei Menschen. Anschließend rannten die Täter zum nahen Borough Market und erstachen fünf Personen. Polizisten erschossen kurz darauf die Attentäter.

Viele Kinder und Jugendliche unter den Opfern

Der Borough Market gilt mit seinen Pubs und Delikatessen als Touristenmagnet mitten in der Hauptstadt. Die acht Toten stammten aus Frankreich, Spanien, Australien, Kanada und Großbritannien. Das jüngste Opfer war 21 Jahre alt, das älteste 45. Für sie war eine Gedenkfeier in der Southwark-Kathedrale und eine Schweigeminute am Nachmittag organisiert worden. Auf die Brücke wurden die Wörter #LondonUnited (London vereint) projiziert.

Londons Entschlossenheit gegen den Terrorismus sei noch nie größer gewesen, sagte Premierministerin Theresa May zum Jahrestag. Innenminister Sajid Javid erklärte, dass die Regierung 2000 zusätzliche Stellen für den Kampf gegen den Terrorismus einplane. Vier der fünf Terror-Anschläge binnen eines Jahres hatten einen islamistischen Hintergrund. Bei einem Anschlag vor einem Gebetshaus in London war Hass auf Muslime das Motiv.

Die meisten Opfer gab es am 22. Mai 2017, als ein islamistischer Einzeltäter kurz nach einem Konzert von US-Popsängerin Ariana Grande in Manchester eine selbstgebaute Bombe zündete. Er riss 22 Menschen mit in den Tod. Viele Opfer waren Kinder und Jugendliche.

Quelle: ntv.de, lri/dpa