Politik

Kontroverse um Albanien und Co London will Geflüchtete im Ausland abfertigen

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Eine Demonstration für Geflüchtete versammelte sich im Oktober am Parliament Square in London.

(Foto: imago images/ZUMA Press)

Britische Pläne zur Auslagerung von Asylsuchenden sorgen für eine Kontroverse im Vereinigten Königreich. Angeblich plant London, Geflüchtete für die Dauer ihres Asylverfahrens ins Ausland zu schicken. Der Justizminister bestätigt derartige Pläne. Albanien wird als Zielland ins Gespräch gebracht.

Ein Bericht über Pläne der britischen Regierung, Asylsuchende für die Dauer ihres Verfahrens ins Ausland zu schicken, hat die Debatte über das Thema in dem Land erneut angeheizt. Zentren für Geflüchtete im Ausland seien aktuell die einzige Hoffnung der Regierung, um der steigenden Zahl an Asylsuchenden, die über den Ärmelkanal kommen, zu begegnen, berichtete die "Times" unter Berufung auf nicht genannte Regierungsquellen.

Justizminister Dominic Raab bestätigte im Sender Times Radio, man sei in Gesprächen über "internationale Partnerschaften", die die Abfertigung der Asylsuchenden ins Ausland verlegen würde, um Großbritanniens Anziehungskraft für Geflüchtete zu reduzieren.

Albanien spricht von "Fake News"

Laut "Times" sehen die Pläne vor, Asylsuchende binnen sieben Tagen nach ihrer Ankunft für die Dauer ihres Asylverfahrens ins Ausland zu schicken. Demnach ging es unter anderem konkret um Albanien als Zielland - was jedoch sofort heftigen Widerspruch aus dem Balkanstaat auslöste. Die albanische Außenministerin Olta Xhacka bezeichnete den Bericht auf Twitter als "Fake News". Auch der albanische Botschafter in Großbritannien, Qirjako Qirko, zeigte sich verärgert und sagte dem "Guardian", Albanien werde niemals einer solchen Regelung zustimmen.

Raab sagte dem Sender Sky News auf eine Frage nach dem Bericht, Albanien sei eines der Länder, die man bei der Suche nach Partnern für die "internationale Abfertigung" in Betracht ziehe. Die britische Innenministerin Priti Patel ist bereits in etlichen europäischen Ländern mit ihrem Anliegen gescheitert.

Der konservativen Regierung sind die über den Ärmelkanal ankommenden Asylsuchende ein Dorn im Auge. Mittlerweile haben in diesem Jahr mehr als 24.000 Menschen die gefährliche Reise hinter sich gebracht, fast dreimal so viele wie 2020. Im Vergleich zu anderen europäischen Ländern nimmt Großbritannien jedoch traditionell deutlich weniger Geflüchtete auf.

Quelle: ntv.de, dbe/dpa

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