Politik

Tanker habe Syrien Öl geliefert London wirft Teheran Wortbruch vor

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Großbritannien hatte den iranischem Tanker vor Gibraltar mehr als sechs Wochen festgesetzt.

(Foto: picture alliance/dpa)

Nach der Freilassung des Öltankers vor Gibraltar wirft Großbritannien dem Iran jetzt vor, sich nicht an Zusicherungen zu halten. Der Tanker sei - anders als vereinbart - mit seiner Fracht nach Syrien gefahren. Jetzt wird der iranische Botschafter ins Außenministerium einbestellt.

Die britische Regierung hat dem Iran Wortbruch im Falle des zeitweise vor Gibraltar festgesetzten Öltankers vorgeworfen. Der iranische Öltanker "Adrian Darya-1" habe seine Ladung in Syrien abgeliefert. Es sei jetzt "klar", dass Teheran seine Zusicherungen gebrochen und der Tanker Öl an das "mörderische Regime" von Machthaber Baschar al-Assad geliefert habe, erklärte das Außenministerium in London.

"Der Verkauf von Öl an das brutale Regime Assads ist Teil eines Verhaltensmusters der iranischen Regierung, das die Sicherheit in der Region beeinträchtigen soll", sagte der britische Außenminister Dominic Raab einer Mitteilung zufolge. Der iranische Botschafter sei ins Außenministerium einbestellt worden. Das Handeln Teherans stelle einen "inakzeptablen Verstoß gegen internationale Normen dar", erklärte das britische Außenministerium. Großbritannien werde das Thema daher auch bei den Vereinten Nationen auf die Tagesordnung bringen.

Großbritannien hatte den mit 2,1 Millionen Barrel iranischem Erdöl beladenen Tanker Anfang Juli vor dem britischen Überseegebiet Gibraltar mehr als sechs Wochen unter dem Verdacht festgesetzt, dass er entgegen den EU-Sanktionen Öl nach Syrien liefern wolle. Die Entscheidung führte zu einem langen Streit mit dem Iran, in dessen Zuge die iranischen Revolutionsgarden einen britischen Tanker im Persischen Golf festsetzten.

Ein Gericht in Gibraltar erlaubte dem Supertanker schließlich Mitte August die Weiterfahrt. Gibraltar hatte nach eigenen Angaben zuvor schriftliche Zusagen von Teheran erhalten, dass der Tanker kein Land ansteuern werde, welches unter EU-Sanktionen steht.

US-Regierung: Tanker in Syrien eingetroffen

Danach bewegte sich das Schiff im östlichen Mittelmeer. Der Kapitän hatte zunächst angegeben, nach Griechenland fahren zu wollen. Später hieß es, er wolle Häfen in der Türkei ansteuern. Anfang dieser Woche schaltete der Tanker offenbar das Signal aus, mit dem er geortet werden kann. Zu diesem Zeitpunkt lag er rund 85 Kilometer vor der Küste des Libanon und Syriens. Nach Angaben der US-Regierung traf der Tanker inzwischen im syrischen Hafen Tartus ein.

Die USA haben alle Mittelmeerstaaten unter Druck gesetzt, dem Tanker keinen Ankerplatz zu gewähren. Sie versuchen im Konflikt mit dem Iran, dessen Ölexporte auf null zu bringen. Teheran ist im syrischen Bürgerkrieg ein wichtiger Verbündeter der syrischen Regierung.

Quelle: n-tv.de, aeh/dpa/AFP