Politik

Stadt wird immer sichererLondons Polizeichef widerspricht Trump

12.01.2026, 14:06 Uhr
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Mark Rowley lenkt den Blick auf US-Städte wie New York und Los Angeles. (Foto: picture alliance / empics)

Donald Trump schießt immer wieder scharf gegen Londons Bürgermeister Sadiq Khan. Seine Stadt wolle die Scharia einführen und habe "No-Go-Zonen" wegen hoher Kriminalität, behauptet der US-Präsident. Jetzt antwortet Londons Polizeichef - und die Statistiken geben ihm recht.

Die britische Polizei widerspricht Darstellungen wie jenen von US-Präsident Donald Trump, wonach London immer gefährlicher wird. Schwere Gewaltverbrechen in der britischen Hauptstadt seien rückläufig und die Summe der Tötungsdelikte auf die Einwohnerzahl bezogen so niedrig wie seit über einem Jahrzehnt nicht mehr, erklärte Londons Polizeichef Mark Rowley in einem veröffentlichten Beitrag für die Zeitung "The Times".

Es zeige sich, dass die Stadt sicherer werde - und schon jetzt sicherer sei als viele andere europäische Hauptstädte oder etwa die US-Metropolen New York und Los Angeles. Einige Kommentatoren verbreiteten ein Narrativ, das ihnen zupasskomme, kritisierte Rowley. Obwohl die Fakten eine ganz andere Sprache sprächen, kursierten im Internet Darstellungen, darunter auch KI-generierte Videos, die fiktive Gewaltszenarien erschaffen.

Ähnlich äußerte sich Londons Bürgermeister Sadiq Khan. "In London ist die Beweislage klar, wir gewinnen den Kampf gegen die Gewaltkriminalität", schrieb er in der Zeitung "The Guardian". Trump hatte im November behauptet, es gebe in London "No-Go-Zonen", also Gegenden, in die die Polizei sich nicht wage. Zudem warf der US-Präsident dem von ihm bereits mehrfach kritisierten Khan vor, der Kriminalität freien Lauf zu lassen.

Polizeidaten zufolge wurden 2025 in London 97 Tötungsdelikte verübt, was einem Rückgang von elf Prozent gegenüber 2024 entspricht. Die Zahl der Gewalttaten mit Verletzungsfolge fiel demnach seit 2014 um ein Fünftel. Die Wahrnehmung vieler Briten steht jedoch im Gegensatz zu den offiziellen Zahlen. Als ein Grund dafür wird ein Anstieg bei Delikten wie Ladendiebstahl vermutet, der im vergangenen Jahr einen Rekordwert erreichte.

Quelle: ntv.de, toh/rts

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