Politik

Disziplinarverfahren gefordert Lucke will Prüfung seiner Verfassungstreue

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Gründete einst die AfD und "diese Verantwortung könne ihm niemand abnehmen", meint die Hamburger Wissenschaftssenatorin Fegebank.

(Foto: imago images/Gerhard Leber)

Die Rückkehr als Dozent an die Uni Hamburg läuft für Bernd Lucke anders als geplant. Seine Vorlesungen werden von Protesten überschattet und müssen abgebrochen werden. Nun fordert der AfD-Mitbegründer ein Disziplinarverfahren gegen sich selbst ein.

Nach dem zweimaligen Abbruch seiner Vorlesungen will der AfD-Mitbegründer Bernd Lucke nun seine Verfassungstreue überprüfen lassen. "Leiten Sie bitte ein Disziplinarverfahren gegen mich ein!", forderte er die Hamburger Wissenschaftssenatorin Katharina Fegebank in einem von der "Zeit" moderierten Streitgespräch auf. Damit wolle er beweisen, dass er "stets aus innerer Überzeugung und aktiv für die Verfassung eingetreten sei", sagte Lucke. "Ich dürfte kein Beamter sein, wenn die Vorwürfe der Asta zuträfen."

Die Studierendenvertretung Asta hatte zu den Protesten gegen ihn aufgerufen. Fegebank reagierte im "Zeit"-Gespräch auf diese Forderung zurückhaltend. Es müsse alles getan werden, damit Luckes Vorlesungen ordnungsgemäß stattfinden können, sagte sie. Aber: "Sie haben die Partei gegründet, die heute einen rechtsextremen Weg geht. Diese Verantwortung kann Ihnen niemand abnehmen, auch ich nicht", sagte die Wissenschaftssenatorin.

In Hamburg hatten Proteste gegen Vorlesungen Luckes dazu geführt, dass zunächst eine Lehrveranstaltung nicht stattfinden konnte, zwei weitere wurden vorzeitig abgebrochen. Die Universität hatte die Störungen verurteilt. Diese seien "mit dem grundgesetzlich garantierten Schutz der Freiheit von Wissenschaft nicht zu vereinbaren", hieß es in einer Erklärung.

Selbst Bundespräsident Frank-Walter Steinmeier hatte die Störungen kritisiert. "Was wir gewiss nicht brauchen - lassen Sie mich das aus gegebenem Anlass klar sagen -, sind aggressive Gesprächsverweigerung, Einschüchterung und Angriffe", sagte Steinmeier. Dies gelte für Politiker ebenso wie für "umstrittene Professoren in Hörsälen".

Quelle: ntv.de, mba/dpa/AFP