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Maschinengewehr zu sperrig? MG zwingt Bundeswehr zum Nachrüsten

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Auf einem "Dingo" montiertes MG3: Ab 2016 will die Bundeswehr das Nachfolgermodell MG5 auf Panzern, Lkws und gepanzerten Fahrzeugen einsetzen.

(Foto: picture alliance / dpa)

Peinliche Panne oder fehlerhafte Abstimmung? Die Bundeswehr hat Probleme damit, das neue Maschinengewehr MG5 auf Panzer, Jeeps und Lkw zu montieren. Der Grund: Die neue Waffe passt nicht in die vorgesehenen Halterungen.

Bei der Einführung des neuen Maschinengewehrs MG5 in die Truppe stößt die Bundeswehr auf unerwartete Schwierigkeiten. Ein Sprecher des Verteidigungsministeriums bestätigte, dass die Waffe nicht ohne Anpassungen auf die vorhandenen Waffensysteme angebracht werden könne. Die Kosten für die nötigen Änderungen belaufen sich demnach auf 46,6 Millionen Euro.

Zuvor hatte der "Spiegel" berichtet, das neue Maschinengewehr könne nicht wie das Vorgängermodell MG3 auf Panzer und Geländefahrzeuge montiert werden. Warum das neue Maschinengewehr nicht so konstruiert worden sei, dass es auf die Waffenträger passe, sei unklar. Offen ist damit auch noch, wer für die mangelhafte Abstimmung die Verantwortung trägt - der Hersteller, die Truppe oder das Verteidigungsministerium mit seinen untergeordneten Behörden.

Eine Waffe, die nicht zum Panzer passt?

Eine Stellungnahme des Herstellers lag zunächst nicht vor. Produziert wird das neue Maschinengewehr MG5 von Heckler & Koch, jenem Unternehmen aus Oberndorf am Neckar, das die deutschen Streitkräfte unter anderem auch mit dem Standardsturmgewehr G36 beliefert. Das G36 war in den vergangenen Monaten aufgrund teils widersprüchlicher Untersuchungsergebnisse in die Schlagzeilen geraten.

Beanstandet wurde beim G36 die Treffgenauigkeit in heißgeschossenem Zustand. Hersteller Heckler & Koch und das Bundesverteidigungsministerium liegen in dieser Sache noch immer im Streit. In Berlin ist unterdessen bereits eine Entscheidung gefallen: Das G36 wird ab 2019 endgültig ausgemustert.

Insgesamt soll die Bundeswehr in den nächsten Jahren rund 13.000 der neuen Maschinengewehre vom Typ MG5 erhalten. Die Kosten wurden auf rund 200 Millionen Euro veranschlagt. Laut Herstellerangaben verfügt das MG5, das bei Heckler & Koch auch unter dem Kürzel HK121 läuft, zumindest über eine "Lafettenschnittstelle MG3" und ein "nahezu identisches Bedienkonzept zum MG4".

"Unterstützungs- und Sperrfeuer"

Heckler & Koch beschreibt das MG5 als "Handwaffe zur Bekämpfung von Einzel- oder Massenzielen im Erdzielbeschuss". Typische Anwendungsgebiete sind demnach das Unterstützungsfeuer für abgesetzt kämpfende Infanterie oder das Schießen von Sperrfeuer. Auf einer Lafette montiert kann das Maschinengewehr auch als "Feld-, Fahrzeug- und Bordbewaffnung oder zur Fliegerabwehr" zum Einsatz kommen.

Die Bundeswehr plant das rund 11 Kilogramm schwere und 1,20 Meter lange MG5 im Nato-Kaliber 7,62 x 51 Millimeter als Nachfolgemodell des veralteten MG3 ab 2016 ein. Die Waffe soll das neue Standardmaschinengewehr der deutschen Streitkräfte werden.

"Es wurde im Zuge eines Ausschreibungsverfahrens für die Bundeswehr ausgewählt", heißt es in einem Informationsblatt der Bundeswehr. Das MG5 wird demnach in drei Versionen eingeführt: "Standard, Infanterie und Einbauwaffe." Erst vor einer Woche war bekannt geworden, dass sich die eigentlich ab Juni geplante Auslieferung der ersten MG5 auf das kommende Jahr verzögert.

Quelle: n-tv.de, mmo/AFP

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