Politik

Neuanfang mit Biden Maas: Auch mit Obama nicht stets einer Meinung

Der Ton war eisig, Abstimmung gab es kaum noch: Außenminister Maas zieht ein verheerendes Fazit über die vergangenen vier Jahre Beziehungen zu den USA. Unter Biden soll es nun wieder eine Normalisierung geben. Dazu könne man in Sachfragen aber weiter unterschiedliche Meinungen haben.

Außenminister Heiko Maas hat mir Erleichterung auf den Einzug von Präsident Joe Biden ins Weiße Haus reagiert. In den vergangenen Jahren habe es mit der Regierung unter Donald Trump "eine Vielzahl von Problemen", gegeben, sagte er ntv. "Die America-First-Politik hat dazu geführt, dass es kaum noch Kooperationen und Abstimmungen gegeben hat. Wir sind immer vor vollendete Tatsachen gesetzt worden." Es seien "keine einfachen vier Jahre gewesen".

Trump habe "Europa zusammen mit Russland und China als die größten Gegner der Vereinigten Staaten bezeichnet - das ist jetzt zu Ende", sagte der SPD-Politiker weiter. "Mit Joe Biden ist jetzt jemand im Weißen Haus, der die transatlantische Partnerschaft wieder reparieren will. Dazu sind wir bereit und wir brauchen die Vereinigten Staaten auch auf der internationalen Bühne." Dies sei "auch bitter nötig".

Dennoch warnte Mass vor zu viel Optimismus. "Es wird nicht so sein, dass wir jetzt alle immer einer Meinung sind", sagte er. "Das ist aber auch bei Barack Obama nie der Fall gewesen." Man werde gemeinsam nach Lösungen suchen. Dies sei in den vergangenen Jahren nicht der Fall gewesen.

Europa werde sich "damit auseinandersetzen, ob wir mehr Verantwortung übernehmen wollen in unseren unmittelbaren und mittelbaren Nachbarschaften in Afrika, im Nahen und Mittleren Osten, in Osteuropa. Aber dazu sind wir bereit und wollen mit der neuen amerikanischen Regierung auch jetzt endlich beginnen, gemeinsam zu arbeiten", sagte Maas.

Beim Thema Nord Stream 2 gebe es noch unterschiedliche Auffassungen und Positionen. Mit Blick auf die im Dezember beschlossenen Sanktionen gegen Europa sagte Maas, dass es vor deren Verhängung nun zunächst Gespräche geben werden. "Damit müssen wir uns auseinandersetzen." Mit Washington werde man nun die europäischen Interessen besprechen.

Quelle: ntv.de, jwu