Politik

Minister sitzt in Mali fest Maas nimmt Flugzeugpanne gelassen

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Ungeplant längerer Aufenthalt: Minister Maas in Mali.

(Foto: dpa)

Erst mit einem Tag Verspätung kann Außenminister Maas Mali verlassen. Schuld ist eine Flugzeugpanne. Der Politiker nimmt das jedoch gelassen. Mehr als drei neue Maschinen für die Flugbereitschaft hält er aber nicht für nötig.

Bundesaußenminister Heiko Maas hat die Panne seines Regierungsfliegers in Mali gelassen aufgenommen. "Das ist unangenehm. Da geht die Welt nicht unter. Und in gewisser Weise gehört das auch zum Job", sagte er in der malischen Hauptstadt Bamako. "Ich bin jetzt mehr als 300.000 Kilometer pannenfrei geflogen", hatte er bereits zuvor gesagt.

Trotz seiner Flugzeugpanne sprach sich Maas gegen die Anschaffung weiterer neuer Regierungsflieger über die bereits bestellten drei Maschinen hinaus aus. Die Anschaffung der drei Langstreckenflugzeuge sei notwendig und sie müssten jetzt auch zügig kommen, sagte er. Darüber hinaus sehe er aber keinen Bedarf.

"Das Grundproblem bei der Flugbereitschaft besteht darin, dass Maschinen, die für den dauerhaften Einsatz gebaut worden sind, jetzt relativ lange Standzeiten haben zwischen der Nutzung durch Regierungsmitglieder. Das macht diese Maschinen anfälliger", sagte Maas. "Mit Blick auf die Tatsache, finde ich, ist die Flugbereitschaft der Bundeswehr wirklich gut aufgestellt."

FDP fordert komplett neue Flotte

Nach mehr als 300.000 problemlosen Flugkilometern war Maas am Donnerstagabend wegen eines Hydraulikschadens an seinem Airbus A319 in Bamako liegengeblieben. Er sollte am Freitag mit einem Tag Verspätung zurückfliegen. Wegen der Panne verpasst Maas aber einen wichtigen privaten Termin: "Das Schmerzhafteste für mich persönlich ist, dass ich den Geburtstag meines Sohnes verpasse", sagte der SPD-Politiker. "Aber er hat Gott sei Dank Verständnis dafür."

Die Flugbereitschaft hat 14 teils recht alte Flugzeuge, die für Flüge von Kabinettsmitgliedern oder des Bundespräsidenten eingesetzt werden. Nach zahlreichen Pannen in den vergangenen Monaten hatte Verteidigungsministerin Ursula von der Leyen im Februar die Beschaffung von drei neuen Langstreckenmaschinen in Auftrag gegeben. "Das ist auch nötig, ich glaube, das merken alle", sagte sie. Die FDP hatte am Freitag gefordert, die komplette Flotte zu erneuern.

In den vergangenen Monaten war es immer wieder zu Pannen bei der Flugbereitschaft gekommen. Bundeskanzlerin Angela Merkel kam deswegen zu spät zum G20-Gipfel in Buenos Aires. Entwicklungsminister Gerd Müller blieb für längere Zeit in Sambia hängen und musste sogar einen Besuch in Namibia absagen. Bundespräsident Frank-Walter Steinmeier steckte im November wegen eines Triebwerksdefekts stundenlang in Südafrika fest. Ein weitere kleinere Panne erwischte ihn erst kürzlich in Äthiopien. Und im vergangenen Oktober legten Nagetiere in Indonesien die Maschine von Finanzminister Olaf Scholz lahm.

Quelle: n-tv.de, mli/dpa

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