Politik

Flucht aus Afghanistan Maas verhandelt weiter mit Taliban

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Das Leben ist in Afghanistan unter den Taliban für viele noch härter geworden.

(Foto: REUTERS)

Noch immer wollen viele Afghanen das Land verlassen, nachdem die Taliban dort wieder die Herrschaft übernommen haben. Außenminister Maas lässt deshalb den Gesprächsfaden mit den radikalislamischen neuen Machthabern in Kabul nicht abreißen.

Die Bundesregierung verhandelt weiter mit der radikal-islamischen Taliban-Regierung in Kabul über die Ausreise Tausender Afghanen nach Deutschland. "Wir reden auch mit den Taliban, weil noch viele Tausende Afghanen, die eine Aufnahmezusage für Deutschland haben, darauf warten, das Land zu verlassen", sagte der geschäftsführende Außenminister Heiko Maas der Düsseldorfer "Rheinischen Post" und dem Bonner "General-Anzeiger".

Seit dem Fall von Kabul und dem Ende der Evakuierung auf dem Luftweg habe die Bundesregierung in Zusammenarbeit mit der Regierung in Islamabad mehr als 2000 ehemalige Ortskräfte und Menschenrechtsaktivistinnen über den Landweg nach Pakistan und von dort aus weiter nach Deutschland in Sicherheit gebracht. Maas war Ende August nach Usbekistan, Tadschikistan und Pakistan gereist, um bei den Regierungen dieser drei Länder eine Öffnung der Grenzen für jene Afghanen zu erreichen, bei denen die Bundesregierung im Wort stehe. Allerdings sei der Grenzübertritt teilweise nach wie vor kaum möglich.

"Es geht nicht mit allen gleich gut. In Usbekistan und Tadschikistan ist es außerordentlich schwierig", so Maas. Dem Außenminister zufolge habe man inzwischen auch wieder damit begonnen, Menschen mit zivilen Charterflügen aus Afghanistan auszufliegen, um den Vorgang zu beschleunigen.

Nach Angaben des Afghanistan-Gesandten der USA, Thomas West, ist der Betrieb des Flughafens von Kabul im bevorstehenden Winter jedoch bislang nicht sichergestellt. Dadurch drohten neue Schwierigkeiten für Menschen, die das Land am Hindukusch verlassen wollten. Viele Startbahnlichter seien beschädigt und nicht funktionstüchtig. Deshalb fänden die wenigen kommerziellen Flüge nur tagsüber und sehr unregelmäßig statt und seien für die Fluggesellschaften mit großen finanziellen und technischen Risiken verbunden.

Quelle: ntv.de, sba/rts

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