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700 Millionen Euro Spenden Macron: Notre-Dame in fünf Jahren restauriert

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Macron hielt eine kurze Ansprache an die Nation.

(Foto: dpa)

Die Kathedrale Notre-Dame de Paris soll schon in fünf Jahren restauriert sein - dieses Ziel ruft Frankreichs Präsident Macron in einer Rede an die Nation aus. Das Geld dazu dürfte vorhanden sein. Das Spendenaufkommen ist immens.

Frankreichs Präsident Emmanuel Macron will die schwer beschädigte Kathedrale Notre-Dame innerhalb der kommenden fünf Jahre wieder aufbauen. Das Pariser Wahrzeichen solle dann noch schöner als vorher sein, sagte Macron am Abend in einer Fernsehansprache. "Wir werden handeln. Und wir werden Erfolg haben." Bereits am Montagabend hatte Macron nach Ausbruch des Feuers versprochen, das gotische Bauwerk wieder aufzubauen. Der Kölner Dombaumeister Peter Füssenich hatte gesagt, er rechne mit jahrzehntelangen Restaurierungsarbeiten.

Die Verkündung seiner Reformmaßnahmen im Zuge der "Nationalen Debatte" verschob Macron auf unbestimmte Zeit. Im Moment sei nicht die richtige Zeit dafür, sagte er. Der französische Präsident hatte wegen des Feuers bereits eine TV-Ansprache und eine Pressekonferenz zu seinen Reformplänen abgesagt. Er hatte eine Bürgerdebatte zur Beruhigung der "Gelbwesten"-Krise im Januar ins Leben gerufen und den Franzosen für Mitte April konkrete Ergebnisse versprochen.

Ermittlungen zur Brandursache laufen

Einen Tag nach dem verheerenden Brand richtet sich das Augenmerk auf die Brandursache und den Wiederaufbau des Pariser Wahrzeichens. Die Staatsanwaltschaft geht von einem Unfall aus und leitete Ermittlungen wegen fahrlässiger Brandstiftung ein. "Nichts deutet auf eine vorsätzliche Tat hin", sagte Staatsanwalt Rémy Heitz. Noch in der Nacht seien die ersten Bauarbeiter und Mitarbeiter der mit der Restaurierung beauftragten Baufirmen vernommen worden. Er rechne mit "langen und komplexen" Ermittlungen, sagte Heitz.

Das bei der Restaurierung der Kathedrale federführende Unternehmen wies Anschuldigungen zurück, für den Ausbruch des Feuers verantwortlich zu sein. Alle Sicherheitsvorschriften seien eingehalten worden, sagte Julien Le Bras, Chef des Gerüstbauers Le Bras Frères.

Experten und Behörden kämpfen nun um die Sicherung des 850 Jahre alten Gebäudes. Zwei Drittel des Daches und der Spitzturm wurden bei dem Brand zerstört. Die Struktur der gotischen Kirche blieb aber weitgehend stabil, wie Innenstaatsekretär Laurent Nuñez sagte. Die Mauern, die beiden monumentalen Türme und die drei Fensterrosen blieben weitgehend unbeschädigt. Allerdings seien Schäden im Gewölbe und einem Giebel im nördlichen Querschiff entdeckt worden, sagte Nuñez. Der Giebel müsse deshalb abgesichert werden.

Glockengeläut in ganz Frankreich

Am Abend läuteten an allen Kathedralen Frankreichs als Zeichen der Solidarität mit der Diözese Paris die Glocken. Das Läuten begann um 18.50 Uhr, dem Zeitpunkt, an dem das Feuer am Montagabend entdeckt worden war. Die Flammen waren im Dachstuhl der weltberühmten Kathedrale ausgebrochen und hatten sich rasend schnell über dem Dach ausgebreitet.

In Deutschland läuteten bereits am Dienstag an zahlreichen großen Kirchen die Glocken, darunter an den Domen von Köln und Mainz, am Freiburger Münster und am Hamburger Michel. Inzwischen kamen bereits knapp 700 Millionen Euro an Spenden für den Wiederaufbau der zum Unesco-Weltkulturerbe zählenden Kathedrale zusammen.

Nach dem verheerenden Brand in Notre-Dame will Spanien die Elektrik seiner bedeutenden Baudenkmäler überprüfen. Das Feuer in Paris sei ein "Alarmsignal", sagte der spanische Kulturminister José Guirao dem Radiosender RNE. Alte Elektriksysteme stellten immer eine Gefahr dar und müssten überwacht werden. Welche Baudenkmäler überprüft werden sollen, sagte Guirao nicht. Zu den spanischen Wahrzeichen zählen unter anderem die Kathedralen in Burgos und Santiago de Compostela, die Basilika Sagrada Familia in Barcelona und die frühere Maurenfestung Alhambra in Granada.

Quelle: n-tv.de, vpe/AFP/dpa

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