Politik

Verbot nicht umgesetzt Macron räumt Versagen bei Glyphosat ein

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Konnte seinen Plan, Glyphosat zu verbietenn bislang nicht umsetzen: Emmanuel Macron.

(Foto: imago images/IP3press)

Bereits 2017 kündigt Frankreichs Präsident Macron an, Glyphosat zu verbieten. Drei Jahre später ist das umstrittene Unkrautvernichtungsmittel weiterhin im Einsatz. Das französische Staatsoberhaupt spricht nun von einem kollektiven Scheitern.

Frankreichs Präsident Emmanuel Macron hat eingestanden, sein Versprechen beim Verbot des umstrittenen Unkrautvernichtungsmittels Glyphosat nicht eingehalten zu haben. "Ich habe meine Meinung nicht geändert", sagte er dem Online-Magazin "Brut". Er sei dafür, Glyphosat zu verbieten - bisher sei es ihm aber noch nicht gelungen. Der Präsident hatte 2017 angekündigt, das Unkrautvernichtungsmittel spätestens in drei Jahren zu verbieten. Er sprach nun von einem "kollektiven" Scheitern.

Die EU-Kommission hatte im Dezember 2017 entschieden, die europäische Genehmigung für Glyphosat um fünf Jahre zu verlängern. Macron betonte nun, dass andere Länder damals sogar für einen Ausstieg erst in zehn oder 15 Jahren plädiert hätten.

Die Chemikalie ist wegen möglicher Krebsrisiken umstritten. Glyphosat ist ein sehr wirksames Unkrautgift und wird weltweit in großen Mengen in der Landwirtschaft eingesetzt. Wenn andere nicht im gleichen Tempo voranschritten wie Frankreich, verzerre das den Wettbewerb, sagte Macron.

Macron: Kernkraft nicht von heute auf morgen ersetzbar

Der Staatschef betonte außerdem, dass Frankreich die Kernkraft weiterhin brauche. "Ich kann sie nicht von heute auf morgen durch erneuerbare Energie ersetzen", sagte Macron. Frankreich gilt als "Atomland" - der größte Teil der französischen Stromproduktion kommen aus der Kernkraft. Er wolle "ein Verbündeter im Kampf gegen Ungleichheit sein" und sich stärker für das Klima einsetzen, sagte Macron.

Das Interview von "Brut", das sich speziell an jüngere Menschen richtete, sollte bereits am Donnerstag stattfinden, wurde aber wegen des Todes des Altpräsidenten Valéry Giscard d'Estaing um einen Tag verschoben. Macron stellte sich mehr als zwei Stunden den Fragen, die auch im Netz eingereicht werden konnten.

Quelle: ntv.de, mba/dpa