Politik

Liberale Gruppe im EU-Parlament Macrons Partei verzichtet auf Fraktionsvorsitz

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Am Tag der EU-Wahl jubelt Loiseau von "La République en Marche" noch, bald folgen die Fettnäpfchen.

(Foto: picture alliance/dpa)

Die Partei des französischen Präsidenten Macron stellt die meisten Abgeordneten der liberalen Fraktion im Europaparlament. Dennoch wird ihre Spitzenkandidatin Nathalie Loiseau der Gruppe nicht vorstehen. Das liegt auch an ihren abfälligen Äußerungen über CSU-Politiker Manfred Weber.

Die Delegation der Partei des französischen Präsidenten Emmanuel Macron im EU-Parlament wird auf den Vorsitz der liberalen Fraktion verzichten. So verlautete es aus Parteikreisen. Die Spitzenkandidatin von Macrons Renaissance-Liste, Nathalie Loiseau, war zuletzt wegen Äußerungen gegenüber Journalisten, die entgegen vorheriger Absprache veröffentlicht worden waren, unter Druck geraten.

Macrons Partei war bei den Europawahlen Ende Mai erstmals ins Europaparlament einzogen, wo sie sich den Liberalen anschloss. Mit 21 Abgeordneten stellt Renaissance nun die meisten Abgeordneten der drittgrößten EU-Parlamentsfraktion. Als potenzielles Bindeglied zwischen Konservativen und Sozialdemokraten erheben sie Anspruch auf eine Schlüsselrolle in der EU-Politik.

Ihren Einfluss innerhalb der Fraktion machten die französischen Abgeordneten bereits geltend: Auf ihr Drängen hin wurde die Gruppe von Allianz der Liberalen und Demokraten für Europa (Alde) in Renew Europe (Europa erneuern) umbenannt - die Bezeichnung "liberal" sollte wegen ihrer negativen Konnotation in Frankreich wegfallen.

Sie kritisierte auch Mitglieder der eigenen Fraktion

Spitzenkandidatin Loiseau sollte außerdem den Belgier Guy Verhofstadt an der Fraktionsspitze beerben. Vergangene Woche berichteten mehrere Medien jedoch, die ehemalige französische Europaministerin habe sich im Gespräch mit Journalisten höchst abfällig unter anderem über den deutschen CSU-Politiker und konservativen Anwärter auf den Posten der EU-Kommission, Manfred Weber, geäußert.

Auch Mitglieder der eigenen Fraktion soll Loiseau Berichten zufolge bei dem Hintergrundgespräch mit französischen Pressevertretern heftig kritisiert haben. Entsprechend einer vorherigen Absprache mit den Journalisten hätten die Aussagen nicht veröffentlicht werden dürfen. Eine belgische Zeitung machte Teile des Gesprächs dennoch publik.

Quelle: n-tv.de, aeh/AFP