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Doppelagent im Auftrag der USA? Maduro: Geheimdienstchef arbeitete für CIA

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Präsident Maduro mit hochrangigen Militärs.

(Foto: picture alliance/dpa)

Es liest sich wie ein Agententhriller: Als Chef des berüchtigten Geheimdienstes Sebin lässt Manuel Figuera Regimegegner foltern. In einer Nacht-und-Nebelaktion befreit er dann Oppositionsführer Lopez und bricht mit seiner Regierung. Seitdem ist er wie vom Erdboden verschluckt – alles dank der CIA.

Der kürzlich entlassene venezolanische Geheimdienstchef Manuel Ricardo Cristopher Figuera soll neben seiner Tätigkeit für den venezolanischen Staat für die CIA gearbeitet haben. Das verkündete Präsident Nicolás Maduro. Bereits seit einem Jahr habe er im Dienste des US-Auslandsgeheimdienstes gestanden, so Maduro. Cristopher Figuera sei einer der Drahtzieher des gescheiterten Umsturzversuchs in der vergangenen Woche. Die USA gehören zu den schärfsten Kritikern von Maduro und wollen den sozialistischen Staatschef zum Rücktritt zwingen.

Venezuelas selbst ernannter Interimspräsident Juan Guaidó hatte am 30. April versucht, die Streitkräfte auf seine Seite zu ziehen und Präsident Maduro aus dem Amt zu drängen. Offenbar brach Cristopher Figuera an diesem Tag mit Maduro, veröffentlichte einen regierungskritischen Brief und ließ Oppositionsführer Leopoldo López aus dem Hausarrest frei. Die Machtübernahme scheiterte allerdings, weil nur wenige Soldaten die Opposition unterstützten. Cristopher Figuera wurde daraufhin entlassen und tauchte unter.

Der General stand seit Oktober vergangenen Jahres an der Spitze des Geheimdienstes Sebin. Am Dienstag hob die US-Regierung die Sanktionen gegen den früheren Geheimdienstchef auf. Vizepräsident Mike Pence stellte führenden Regierungsfunktionären eine ähnliche Behandlung in Aussicht, wenn sie mit Maduro brechen. "Diese Sanktionen müssen nicht dauerhaft sein", sagte er. Zu ihren Beziehungen zu Figuera und dessen Rolle in Guaidós Putschversuch, äußerte sich die US-Regierung aber nicht.

Stattdessen verhängte das Finanzministerium in Washington weitere Sanktionen gegen zwei Unternehmen und deren Schiffe, mit denen venezolanisches Öl nach Kuba geschafft wird. Die Maßnahmen sollen sich direkt gegen die Geldquellen des venezolanischen Sicherheitsapparats richten, hieß es. "Venezuelas Militär und Geheimdienste sollten gewarnt sein, dass ihre fortgesetzte Unterstützung für das illegitime Regime von Maduro Konsequenzen haben wird", erklärte US-Finanzminister Steven Mnuchin.

Schlägertrupps bedrohen Parlamentarier

Der Sebin geht im Machtkampf in Venezuela immer wieder gegen Regierungsgegner vor. Zuletzt verhafteten Geheimdienstagenten den stellvertretenden Parlamentspräsidenten Edgar Zambrano. Im berüchtigten Geheimdienstgefängnis Helicoide in Caracas sollen Oppositionelle gefoltert werden. Zuletzt wurden zudem mehrere Abgeordnete der von der Opposition kontrollierten Nationalversammlung gezielt eingeschüchtert. Mutmaßliche Regierungsanhänger der sogenannten "Colectivos" sprühten Drohbotschaften an ihre Häuser. "Die verzweifelte Diktatur hat einen Tiefpunkt erreicht und versucht, mit Staatsterrorismus Angst zu säen", schrieb der selbst ernannte Interimspräsident Guaidó auf Twitter.

Unterdessen ließ die venezolanische Regierung nach fast drei Monaten die Grenzen zu Brasilien und zu der niederländischen Karibikinseln Aruba wieder öffnen. Maduro hatte sie im Februar schließen lassen, nachdem die Opposition Hilfslieferungen ins Land bringen lassen wollte. Maduro sah darin einen Vorwand für eine militärische Intervention. "Uns ist zugesichert worden, dass unsere Souveränität respektiert wird und keine Einmischung in unsere inneren Angelegenheiten stattfindet", sagte der venezolanische Vizepräsident Tareck El Aissami. Die Grenzen zum Nachbarland Kolumbien und den anderen niederländischen Karibikinseln Curaçao und Bonaire bleiben weiterhin geschlossen.

Quelle: n-tv.de, lou/dpa

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