Politik

200 Euro für ein Abendessen? Man kann Spahn doch nicht mieten

95ffddd2772aed0f4eee0a62ac3239eb.jpg

Hoffnungsträger der Jüngeren in der CDU: Jens Spahn.

(Foto: dpa)

Essen mit einem Staatssekretär für 200 Euro? So klingt eine Einladung, die eine schleswig-holsteinische Landtagskandidatin verschickt hat. Gemeint war es nicht so, stellt die CDU-Politikerin nun klar.

Mit einer Einladung zu einem Abendessen hat eine schleswig-holsteinische CDU-Politikerin für Wirbel gesorgt. Kerstin Seyfert, die bei der Landtagswahl am 7. Mai im Wahlkreis Pinneberg als Direktkandidatin antritt, hatte Anfang März in einem Schreiben zu einer Veranstaltung mit Jens Spahn eingeladen. Sie habe den Staatssekretär im Bundesfinanzministerium für ein Essen, einen Vortrag und einen Meinungsaustausch "in kleiner exklusiver Runde" gewonnen.

Spahn ist Mitglied im Präsidium der CDU und gehört zu den "jungen Wilden", die die Politik von Bundeskanzlerin Angela Merkel immer wieder kritisieren, ohne sie grundsätzlich infrage zu stellen. In Seyferts Brief, den ein Mitarbeiter des Grünen-Bundestagsabgeordneten Konstantin von Notz auf Twitter verbreitete, heißt es, Spahn werde "als 'konservativer Vordenker' und Hoffnungsträger" der CDU gesehen.

*Datenschutz

Problematisch ist allerdings nicht diese Zuschreibung, sondern eine Passage, in der Seyfert um eine Spende für den Landtagswahlkampf des CDU-Kreisverbands Pinneberg bittet. Maximal 18 Personen dürften an der Veranstaltung teilnehmen. "Statt eines Kostenbeitrags möchte ich Sie herzlich bitten, eine Spende von mindestens 200 Euro auf das Konto für unseren Landtagswahlkampf zu überweisen. Die Anmeldungen werden in der Reihe ihres Einganges berücksichtigt."

*Datenschutz

Der schleswig-holsteinische SPD-Chef Ralf Stegner kommentierte den Brief auf Twitter mit den Worten: "Sieh an, Herr Spahn: Rent a Staatssekretär?" Unter dem Schlagwort "Rent-a-Sozi" war im vergangenen November darüber berichtet worden, dass das SPD-Parteiblatt "Vorwärts" gegen Zahlung von mehreren Tausend Euro Treffen mit SPD-Minister vermittelte. Ähnliche Vorwürfe gab es vor einigen Jahren gegen den damaligen CDU-Ministerpräsidenten von Nordrhein-Westfalen, Jürgen Rüttgers.

In einer neuen Einladung hat Seyfert die Bitte um eine Spende und die Anmeldung zu dem Essen getrennt. "Natürlich ist eine Spende keine Voraussetzung für die Teilnahme an der Veranstaltung", heißt es in dem Schreiben nun. In einem "P.S." wird erläutert, dass die erste Version der Einladung "missverständlich formuliert" gewesen sei. Von 200 Euro ist in dem neuen Schreiben nicht mehr die Rede, nur noch ganz allgemein von einer Spende.

In einer Mail an n-tv.de schreibt Seyfert zudem, jeder, der sich anmelde, sei zum Gespräch mit Jens Spahn herzlich willkommen. "Unabhängig davon, ob er spendet oder nicht." Das sei eine Selbstverständlichkeit und nie anders geplant gewesen.

Quelle: n-tv.de, hvo