Zeremonie in TeheranMassenweise Paare aus "Selbstopferungs"-Programm heiraten

Im Iran sind nicht nur in der Armee Menschen bereit, ihr Leben im Falle eines US-Angriffs zu riskieren. Ein beträchtlicher Teil der Zivilbevölkerung würde sich ebenfalls "opfern". Paare aus einem entsprechenden Programm heiraten in der Hauptstadt.
Im Iran haben die Behörden öffentliche Massentrauungen für Paare abgehalten, die sich bereit erklärt haben, im Iran-Krieg für ihr Land zu sterben. Die Zeremonien wurden laut iranischen Medienberichten für Hunderte Paare auf mehreren Plätzen in der Hauptstadt Teheran veranstaltet und wurden im Staatsfernsehen übertragen. Laut der iranischen Nachrichtenagentur Mehr nahmen allein auf dem Imam-Hussein-Platz 110 Paare teil.
Wie Reporter berichteten, trafen Paare in geschmückten Militärfahrzeugen mit Waffen auf dem Platz ein. Anschließend wurden sie von einem Geistlichen auf einer Bühne getraut. Im Hintergrund war ein Bild des Obersten Führers des Iran, Modschtaba Chamenei, zu sehen, dessen Vater Ayatollah Ali Chamenei zu Beginn des Iran-Krieges bei einem Angriff getötet worden war. Zahlreiche Menschen mit Blumen in der Hand verfolgten das Geschehen.
Die Beteiligten der Massentrauungen hatten sich laut iranischen Medienberichten für das sogenannte "Selbstopferungs"-Programm registriert. Demnach geloben sie, im Krieg ihr Leben zu riskieren, etwa durch Menschenketten an Kraftwerken. Laut den Behörden meldeten sich Millionen Iraner, darunter Parlamentspräsident Mohammed Bagher Ghalibaf und Präsident Massud Peseschkian.
"Natürlich befindet sich das Land im Krieg, aber die jungen Leute haben auch das Recht zu heiraten", sagte ein junge Frau im Brautkleid laut Mehr. Ein Mann im dunklen Anzug sagte an der Seite seiner zukünftigen Braut, sie seien glücklich, dass ihre Trauung mit dem Jahrestag der Hochzeit des von Schiiten verehrten Imams Ali mit Fatima, der Tochter des Propheten Mohammed, zusammenfalle.