Politik

"Ich stehe da wie ein Trottel" Maulwürfe lassen Trump schlecht aussehen

Wieder gibt es einen Leak aus dem Weißen Haus: Eine US-Zeitung veröffentlicht Telefonate zwischen Präsident Trump und Mexikos Präsidenten sowie Australiens Premier. Dabei geht es Trump weniger um politische Lösungen. Er fürchtet vielmehr um sein Ansehen.

Die "Washington Post" hat vertrauliche Telefongespräche zwischen US-Präsident Donald Trump und dem mexikanischen Präsidenten Enrique Peña Nieto sowie Australiens Premierminister Malcolm Turnbull veröffentlicht. Diese fanden bereits im Januar statt und lassen Trump in einem schlechten Licht dastehen. Die Transkripte der Telefonate zeigen auch, dass immer noch Informationen publik werden, die nicht für die Öffentlichkeit bestimmt sind. Und das, obwohl Trump seinen Vertrautenstab in letzter Zeit wiederholt ausgetauscht hatte.

Für den US-Präsidenten war der Bau einer Mauer an der Grenze zu Mexiko ein zentraler Punkt im Wahlkampf - und der Grenzstaat sollte die Kosten dafür übernehmen. In seinem ersten Amtstelefonat am 27. Januar mit Mexikos Präsidenten sagte Trump, dass sein Versprechen zu einem wachsenden politischen Problem werde. Zugleich drängte er Peña Nieto dazu, der Öffentlichkeit zu verschweigen, dass Mexiko die Kosten für den Bau niemals tragen würde.

"Sie können das nicht gegenüber der Presse sagen", soll Trump mehrfach wiederholt haben. Trump sagte, ihm sei klar, dass die Finanzierung der Mauer aus anderen Quellen kommen müsse, drohte aber auch die Beziehungen zu Mexiko zu kappen, sollte Nieto weiter öffentlich solche Statements verbreiten.

Die Finanzierung "wird schon irgendwie aufgehen", so Trump und fügte an, "aber wenn Sie weiterhin sagen, dass Mexiko nicht für die Mauer zahlen wird, dann will ich mich nicht mehr mit Ihnen treffen, denn damit kann ich nicht leben." Trump soll außerdem vorgeschlagen haben, das Thema zu unterdrücken. An Stelle von "Wir werden nicht zahlen!" sollten beide Seiten sagen: "Wir werden das schon regeln."

"Das hier ist der unangenehmste Anruf"

Das Gespräch zwischen Trump und Peña Nieto fand eine Woche nach seinem Amtsantritt statt. In dieser Zeit führte der neue US-Präsident mit mehreren Staatsoberhäuptern Telefongespräche - auch mit dem australischen Premierminister Malcolm Turnbull. In dem Anruf vom 28. Januar ging es um die Aufnahme von 2000 Flüchtlingen aus einem Lager Australiens in Papua-Neuguinea  - ein Thema, das dem Präsidenten offenbar Bauchschmerzen bereitete. "Ich telefoniere den ganzen Tag und das hier ist der unangenehmste Anruf", soll Trump zu Turnbull gesagt haben und ergänzte: "Putin war ein angenehmer Anruf."

In den Telefonaten ging es dabei weniger um die politischen Beziehungen zwischen den USA und Australien beziehungsweise Mexiko. Dagegen war wohl die größte Sorge des US-Präsidenten, in welchem Licht er dastehen würde. So sagte er Turnbull: "Junge, das wird uns beide fürchterlich schlecht aussehen lassen." Und weiter: "Das wird mir das Genick brechen."

Außerdem sagte Trump in dem Gespräch: "Ich bin die wichtigste Person auf der Welt, die keine Leute in unser Land lassen will - und jetzt stimme ich zu, 2000 Menschen aufzunehmen [...]. Ich stehe da wie ein Trottel. Das lässt mich so schlecht aussehen, dabei bin ich erst eine Woche hier."

Turnbull bringt Trump auf die Palme

Die Vereinbarung zwischen den USA und Australien stammte noch von Trumps Vorgänger Barack Obama und sicherte ursprünglich die Aufnahme von 1250 Flüchtlingen, die in dem australischen Auffanglager lebten, zu. "Ich hasse es, diese Menschen aufzunehmen", so Trump. "Ich garantiere, dass sie schlecht sind."

Australiens Premier wies den US-Präsidenten darauf hin, dass in der Wirtschaft und in der Politik die Regel "Ein Deal ist ein Deal" gelte. Das habe Trump regelrecht wütend gemacht und zu der Aussage verleitet, die Flüchtlinge könnten in "fünf Jahren zum Boston-Bomber werden". Die Attentäter des Anschlags von Boston waren allerdings nicht als Flüchtlinge in die USA gekommen.

Quelle: n-tv.de, mba

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