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Letzte Bosheiten und Applaus May stichelt noch einmal gegen Corbyn

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(Foto: picture alliance/dpa)

Theresa May absolviert ihre letzte Rede im britischen Unterhaus. Eine Stichelei gegen den Labour-Chef kann sie sich nicht verkneifen. Corbyn solle am besten auch zurücktreten. Der wünscht ihr eine entspannte Zeit auf den Hinterbänken. Am Ende gibt es Applaus für die glücklose Premierministerin.

Die scheidende britische Premierministerin Theresa May hat Labour-Chef Jeremy Corbyn den Rücktritt nahegelegt. Als Parteichefin, die akzeptiert habe, dass ihre Zeit zu Ende sei, könne sie Corbyn fragen, ob nicht auch seine Zeit dafür gekommen sei, sagte May bei ihrer letzten Fragestunde im britischen Unterhaus als Regierungschefin. Zudem kündigte sie an, ihren Verpflichtungen im Unterhaus künftig als Abgeordnete für den Wahlkreis Maidenhead nachzugehen. Ihr Nachfolger Boris Johnson erhalte ihre "volle Unterstützung". Er werde das Land in eine "glänzende Zukunft" führen.

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Zäher Widersacher: Labour-Chef Corbyn bei Mays Abschiedsrede im Unterhaus.

(Foto: picture alliance/dpa)

Oppositionschef Corbyn ist seit langem Mays Widersacher im Unterhaus gewesen. Er wünschte ihr eine "geringfügig entspanntere Zeit auf den Hinterbänken" und forderte Johnson gleichzeitig auf, sofort Neuwahlen auszurufen. Während Johnson kein Mandat von der Bevölkerung für sein künftiges Amt erhalten habe, sollten die Briten über ihre Zukunft entscheiden dürfen.

May war unter Applaus der Tories im Unterhaus begrüßt worden. Mehrere Abgeordnete dankten ihr für ihre Arbeit. Aus den Labour-Reihen wurde das als Heuchelei kritisiert. "Großartig, wie viele Tory-Abgeordnete ihr zujubeln, während sie ihr erst vor einigen Wochen in den Rücken gestochen haben", schrieb der Labour-Abgeordnete Luke Pollard auf Twitter.

"Eine Frau kann Premierministerin sein"

Ein wenig emotionaler sprach May, als sie ihren Regierungssitz in der Downing Street verließ. Sie dankte dem britischen Volk, dass es an sie geglaubt habe. "Eine Frau kann in Großbritannien Premierministerin sein", sagte sie, bevor sie zum Buckingham-Palast aufbrach. Schon im Unterhaus hatte sie gesagt: "Ich bin sicher, dass unter den Frauen in diesem Haus heute eine künftige Premierministerin ist, vielleicht mehr als eine." Bislang hatte Großbritannien nur zwei Premierministerinnen - May und Margaret Thatcher.

Am Nachmittag reichte May bei der britischen Königin Elizabeth II. ihren Rücktritt als Premierministerin ein. Anschließend traf Großbritanniens designierter Premierminister zu seiner Ernennung bei der Queen ein. Auf dem Weg zum Buckingham-Palast wurde Johnsons Fahrzeug kurzzeitig von einigen Klimademonstranten der Weg versperrt.

Quelle: n-tv.de, mau/dpa

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