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Keine Aussicht auf Heilung McCain stellt Krebs-Behandlungen ein

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John McCain ist einer der führenden Kritiker von US-Präsident Donald Trump unter den Republikanern.

(Foto: REUTERS)

Er gilt als unnachgiebiger Kritiker Trumps und sturer Kämpfer. Doch nun muss der langjährige US-Senator und frühere Präsidentschaftskandidat McCain aufgeben. Gegen seinen aggressiven Hirntumor kommt keine Behandlung an.

Der an Krebs erkrankte US-Senator John McCain verzichtet auf eine weitere medizinische Behandlung. "Der Fortschritt der Krankheit und die Unerbittlichkeit des Alterns haben ihr Urteil gefällt", teilte seine Familie in einer Erklärung mit. "Mit seiner bekannten Willensstärke hat er nun entschieden, die medizinische Behandlung nicht fortzusetzen."

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Der 81-jährige Republikaner leidet an einem äußerst aggressiven Hirntumor. Ärzte hatten das Geschwulst im Juli vergangenen Jahres entdeckt, als sich der Politiker wegen eines Blutgerinnsels über dem Auge einer Operation unterziehen musste.

McCain ist einer der führenden Kritiker von US-Präsident Donald Trump unter den Republikanern. So attestierte er Trump wegen dessen Pressekonferenz mit dem russischen Präsidenten Wladimir Putin Inkompetenz. Trump wiederrum hat sich zuletzt bei Wahlkampfauftritten immer wieder abfällig über den schwerkranken Senator geäußert - allerdings ohne ihn beim Namen zu nennen.

Bei einer Rede in Florida etwa ahmte Trump nach, wie McCain im vergangenen Jahr gegen einen Gesetzentwurf seiner eigenen Partei gestimmt hatte, der die Krankenversicherung "Obamacare" in Teilen abgeschafft hätte. Diese Entscheidung des Senators missfiel Trump zutiefst.

Ruf eines "Mavericks" erworben

Während des Präsidentschaftswahlkampfs hatte er den Veteranen, der als Pilot der US-Navy mehrere Jahre in Gefangenschaft der Vietcong gefoltert wurde, zudem übel verhöhnt. Für ihn sei McCain "kein Held", sagte Trump, der selbst einst den Wehrdienst umgangen hatte: "Ich mag Leute, die nicht gefangen wurden, okay?".

McCain ist seit 30 Jahren Senator für den Bundesstaat Arizona und hat sich im Laufe der Zeit den Ruf eines "Mavericks" erworben - eines Mannes, der der Parteiräson nicht immer folgt und auch unbequeme Meinungen vertritt. Er zählt zu den prominentesten Mitgliedern des US-Kongresses und hat sich über die Parteigrenzen hinweg große Achtung erworben. 2008 unterlag als Präsidentschaftskandidat dem Demokraten Barack Obama.

Politiker aus beiden Parteien reagierten traurig auf die Nachricht, dass der 81-Jährige sich gegen eine weitere Behandlung entschieden hat. Ex-Außenminister John Kerry schrieb auf Twitter: "Gott segne John McCain, seine Familie und alle, die ihn lieben - ein tapferer Mann, der uns einmal mehr zeigt, was die Worte Anmut und Charakterstärke wirklich bedeuten". Der republikanische Mehrheitsführer im Senat, Mitch McConnell, erklärte: "Wir können uns glücklich schätzen, ihn unseren Freund und Kollegen zu nennen".

Quelle: n-tv.de, fzö/dpa/AFP/rts

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