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Elterngeld immer beliebter Mehr Väter wählen Kinder statt Job

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Im Jahr 2018 bekamen sieben Prozent mehr Väter Elterngeld als im Vorjahr.

(Foto: picture alliance / Andreas Geber)

Immer mehr Eltern nutzen Elterngeld, um sich um ihren Nachwuchs zu kümmern. Besonders der Anteil der Väter, die eine berufliche Auszeit nehmen, ist im vergangenen Jahr gestiegen. Mütter beziehen die Leistungen jedoch deutlich länger.

Die Zahl der Eltern, die für ihren Nachwuchs eine berufliche Auszeit nehmen und Elterngeld beziehen, ist im vergangenen Jahr leicht gestiegen. Insgesamt bezogen 1,4 Millionen Mütter und 433.000 Väter die Leistung. Das waren - die absoluten Geburtenzahlen außer Acht gelassen - vier Prozent mehr als im Vorjahr, wie das Statistische Bundesamt mitteilte. Dabei stieg die Zahl der Mütter um drei Prozent und die Zahl der Väter um sieben Prozent.

Mit 30 Prozent wählte fast ein Drittel der Mütter Elterngeld Plus, bei den Vätern waren es 13 Prozent. Das ist jeweils ein leichter Anstieg. Im Jahr 2017 waren es bei den Frauen 26 und bei den Männern 11 Prozent. Eltern, deren Kinder ab dem 1. Juli 2015 geboren wurden, können zwischen Basiselterngeld und Elterngeld Plus wählen oder beides kombinieren. Elterngeld Plus wird meist mit einer Teilzeitbeschäftigung kombiniert. Monatlich bekommen die Eltern dann in der Regel weniger Geld, als wenn sie nicht arbeiten, jedoch wird Elterngeld Plus länger gezahlt - bis zu 36 Monate statt 14 Monate für beide Eltern zusammen.

Regional unterscheidet es sich stark, wie viele Väter und Mütter die Leistungen beziehen: In Mecklenburg-Vorpommern wählten nur 20,6 Prozent der berechtigten Frauen Elterngeld Plus. In Thüringen waren es hingegen 42,1 Prozent. Bei den Männern klafft die Zahl ebenfalls weit auseinander: In Mecklenburg-Vorpommern beantragten nur 9,3 Prozent der Väter Elterngeld Plus. In Berlin waren es 21,4 Prozent.

Parallel in Elternzeit: Das lohnt sich finanziell

Die damalige SPD-Familienministerin Manuela Schwesig hatte Elterngeld Plus eingeführt, damit sich Väter und Mütter die Sorgearbeit für ihre Kinder gleichberechtigter teilen können. Außerdem sollte es dazu führen, dass Eltern schneller in Teilzeit in den Beruf zurückkehren. Besonders lohnt sich das Elterngeld Plus nämlich für Paare, bei denen beide mindestens vier Monate zeitgleich in Teilzeit arbeiten und sich die Betreuung der Kinder währenddessen teilen. Sie erhalten dadurch vier zusätzliche Monate Anspruch auf Elterngeld Plus.

Doch auch, wenn immer mehr Väter die staatlich bezahlte Elternzeit in Anspruch nehmen, sind es weiterhin vor allem Mütter, die Vollzeit oder Teilzeit aus dem Job aussteigen, um sich um die Kinder zu kümmern. So beantragten Mütter das Basiselterngeld – bei dem sie komplett aus dem Job aussteigen – für durchschnittlich 11,7 Monate. Elterngeld Plus beantragten sie für eine durchschnittliche Dauer von 20 Monaten. Vergleichsweise kurz war dagegen die von Vätern angestrebte Bezugsdauer, nämlich durchschnittlich nur drei Monate bei reinem Basiselterngeld beziehungsweise durchschnittlich 8,9 Monate bei Elterngeld Plus.

Quelle: n-tv.de, aeh/AFP

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