Politik

Tote in Aleppo und Idlib Mehr als 50 Menschen sterben bei Angriffen

Am Montag soll die Waffenruhe in Syrien beginnen. Noch kurz vorher werden Luftangriffe geflogen, Bomben explodieren. Die Folgen sind verheerend: Dutzende Zivilisten sterben.

Kurz vor einer ab Montag geltenden Waffenruhe sind bei Luftangriffen in Syrien erneut Dutzende Menschen getötet worden. Ziele der Angriffe waren nach Angaben von Aktivisten die Städte Idlib und Aleppo.

Bei den Angriffen auf einen Markt in Idlib und mehrere Wohnviertel wurden mindestens 58 Menschen getötet, wie die Syrische Beobachtungsstelle für Menschenrechte mitteilte. Mindestens 90 weitere Menschen seien verletzt worden. Unter den Toten seien 13 Kinder. Die Beobachtungsstelle konnte jedoch zunächst nicht sagen, wie viele Zivilisten insgesamt unter den Opfern waren. Unklar war zunächst auch, welche Luftwaffe die Angriffe flog. Die Syrische Beobachtungsstelle für Menschenrechte bezieht ihre Angaben aus einem Netzwerk von Informanten in Syrien. Ihre Angaben sind von unabhängiger Seite kaum zu überprüfen.

Auch in Aleppo wurden bei Luftangriffen laut Beobachtungsstelle mindestens zwölf Zivilisten getötet, in der gleichnamigen Provinz starben weitere 18 Menschen.

Zähe Verhandlungen

US-Außenminister John Kerry und sein russischer Kollege Sergej Lawrow hatten sich am Freitagabend nach Marathonverhandlungen auf eine Waffenruhe für das Bürgerkriegsland verständigt, die am Montag, dem Beginn des muslimischen Opferfestes Aid al-Adha, in Kraft treten soll.

Die USA und Russland unterstützen in Syrien bisher entgegengesetzte Seiten. Während Moskau ein enger Verbündeter von Präsident Baschar al-Assad ist, unterstützt Washington bewaffnete Assad-Gegner. Ein Waffenstillstand, den die Konfliktparteien im Februar auf Vermittlung der USA und Russlands vereinbart hatten, war nie vollständig eingehalten worden.

Die syrische Regierung "billigte" die Waffenruhe, wie die staatliche Nachrichtenagentur Sana berichtete. In der umkämpften Großstadt Aleppo würden die Kampfhandlungen "aus humanitären Gründen" eingestellt, hieß es.

HNC wartet noch auf offizielle Vereinbarung

Das Hohe Verhandlungskomitee (HNC) der Opposition erklärte auf seiner Internetseite, es habe den "offiziellen Text" der Vereinbarung noch nicht erhalten. Sobald dieser vorliege, würden die Einzelheiten geprüft. Die HNC-Sprecherin Bassma Kodmani hatte sich zuvor vorsichtig optimistisch geäußert. Die Einigung sei hoffentlich "der Anfang vom Ende des Leidenswegs der Zivilisten".

Der Vereinbarung zufolge müssen sich die Regierungstruppen rund um Aleppo zurückziehen und humanitären Helfern Zugang gewähren. Russland muss Assads Truppen zudem davon überzeugen, die Rebellengebiete nicht länger zu bombardieren. Dschihadistengruppen wie der Islamische Staat (IS) oder die Fateh-al-Scham-Front, die frühere Al-Nusra-Front, sollen allerdings weiterhin bekämpft werden. Im Gegenzug müssen die USA die mit ihnen verbündeten Rebellengruppen dazu bringen, nicht mehr mit der Fateh-al-Scham-Front zu kooperieren.

Wird die Vereinbarung eine Woche lang " in vollem Umfang" eingehalten, wollen die USA mit dem russischen Militär kooperieren, wie Kerry ankündigte. Lawrow sagte, beide Seiten würden künftig ihre Luftangriffe auf "Terroristen" koordinieren. Er kündigte dazu die Einrichtung einer gemeinsamen Einsatzzentrale an.

Quelle: n-tv.de, kpi/AFP

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