Politik

Boko-Haram-Terror in Nigeria Mehr als 800.000 Kinder auf der Flucht

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Handout von Unicef: Lydia James in einem Flüchtlingscamp in Yola, der Hauptstadt von Adamawa im Nordosten Nigerias

(Foto: picture alliance / dpa)

Vor einem Jahr werden mehr als 200 überwiegend christliche Schülerinnen aus dem nigerianischen Ort Chibok durch die Boko Haram entführt. Von ihnen fehlt bisher jede Spur. Der anhaltende Terror der Extremisten gipfelt laut Unicef in einer "Tragödie".

Im westafrikanischen Nigeria sind wegen des Konflikts mit der islamistischen Terrorgruppe Boko Haram rund 800.000 Kinder auf der Flucht. Das geht aus einem veröffentlichen Bericht des UN-Kinderhilfswerks Unicef hervor. Die Zahl der Kinder, die vor der Gewalt im Nordosten in andere Landesteile oder in die Nachbarstaaten Kamerun, Tschad und Niger geflohen sind, hat sich demnach innerhalb eines Jahres verdoppelt.  

Der neue Unicef-Bericht wurde genau ein Jahr nach der Entführung von mehr als 200 überwiegend christlichen Schülerinnen aus dem Ort Chibok durch Boko Haram veröffentlicht. Von ihnen fehlt weiter jede Spur. Der Fall sorgte weltweit für Entsetzen. Doch Unicef warnt, er sei nur die Spitze des Eisbergs "zahlloser Tragödien". Westafrika-Direktor Manuel Fontaine sagte: "Zahllose Mädchen und Jungen sind in Nigeria verschwunden - sie wurden entführt, von bewaffneten Gruppen angeworben, angegriffen (...) oder gezwungen, vor der Gewalt zu fliehen."

Die sunnitischen Extremisten der Boko Haram kämpfen im Nordosten Nigerias für die Errichtung eines sogenannten Gottesstaats. Seit 2009 sind dem Terror der Gruppe Schätzungen zufolge bereits mehr als 14.000 Menschen zum Opfer gefallen.

Quelle: ntv.de, bad/dpa

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