Politik

Stimmung in Deutschland Mehrheit für Waffenlieferungen an die Ukraine

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Kampfpanzer vom Typ Leopard 2 A7V bei einer Übung auf dem Truppenübungsplatz in Munster.

(Foto: dpa)

Das Thema spaltet die Koalition, doch in der Bevölkerung ist die Meinung klar: Eine Mehrheit der Deutschen befürwortet die Lieferung schwerer Waffen an die Ukraine. Anders sieht es beim Gasembargo aus.

Nachdem Deutschland der Ukraine bereits 1000 Panzerabwehrwaffen und 500 Boden-Luft-Raketen aus Beständen der Bundeswehr zur Verfügung gestellt hat, wird diskutiert, der Ukraine auch Offensivwaffen und schweres Gerät zu liefern. Eine Mehrheit von 55 Prozent der Bundesbürger fände das richtig. 33 Prozent sprechen sich im RTL/ntv-Trendbarometer gegen die Lieferung von Offensivwaffen und schwerem Gerät an die Ukraine aus.

Mehrheitlich abgelehnt werden solche Waffenlieferungen von den Ostdeutschen (52 Prozent) sowie den Anhängern der Linkspartei (52 Prozent) und der AfD (75 Prozent). Die Anhänger der anderen Parteien sind dafür: 74 Prozent bei der FDP, 71 Prozent bei den Grünen, 66 Prozent bei der SPD und 58 Prozent bei der Union.

Knappe Mehrheit gegen Gasboykott

42 Prozent der Bundesbürger meinen, dass Deutschland vollständig auf russisches Erdgas verzichten sollte, auch wenn es dadurch zu Engpässen und einer erheblichen Verteuerung bei der Versorgung mit Gas in Deutschland kommt. 48 Prozent meinen hingegen, Deutschland solle nicht vollständig auf russisches Erdgas verzichten. Mehrheitlich für einen vollständigen Verzicht auf russisches Erdgas sprechen sich nur die Anhänger der Grünen (61 Prozent) aus.

Russland wird vorgeworfen, im Krieg in der Ukraine bewusst zivile Ziele anzugreifen und Streubomben einzusetzen. Einige haben daher gefordert, den russischen Präsidenten Wladimir Putin vor dem Internationalen Strafgerichtshof wegen Kriegsverbrechen anzuklagen. 84 Prozent der Bundesbürger sind aktuell der Meinung, dass man dies versuchen solle, wenn Putin eine persönliche Verantwortlichkeit dafür nachgewiesen werden kann. 10 Prozent der Bundesbürger sprechen sich dagegen aus. Gegen eine Anklage Putins sind vor allem die AfD-Anhänger (49 Prozent).

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Eine große Mehrheit von 84 Prozent der Bundesbürger ist der Meinung, dass der Westen trotz der anhaltenden Kampfhandlungen versuchen sollte, mit Russland in Kontakt zu bleiben, um den Krieg durch Verhandlungen zu beenden. Nur 13 Prozent sind der Meinung, der Westen solle keinerlei Gespräche und Kontakte mit Russland unterhalten, solange Russland den Krieg in der Ukraine fortsetzt.

Die Daten wurden vom Markt- und Meinungsforschungsinstitut Forsa im Auftrag von RTL Deutschland vom 8. bis 11. April 2022 erhoben. Datenbasis: 1005 Befragte. Statistische Fehlertoleranz: +/- 3 Prozentpunkte.

Quelle: ntv.de, hvo

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