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Ärger um First-Lady-Porträt Melania dementiert Tränen in Wahlnacht

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Hat sie oder hat sie nicht? Über die Reaktion von Melania Trump auf den Wahlsieg ihres Mannes halten sich hartnäckige Gerüchte.

(Foto: REUTERS)

Sie habe geweint - und zwar nicht vor Freude. Dieses Gerücht über die erste Reaktion von Melania Trump auf den Wahlsieg ihres Mannes hält sich hartnäckig. Und es ist nicht das einzige. Ein Artikel im britischen "Telegraph" bringt nun auch den Präsidenten in Wallung.

Ein Porträt über die First Lady im britischen "Telegraph" hat US-Präsident Donald Trump derart in Rage gebracht, dass er sich zu einem anklagenden Tweet genötigt sah. "Das ist eine große Sache in Europa", schrieb er am Sonntag. "Fake News sind die Feinde der Menschen." Auslöser seiner Wut ist eine öffentliche Richtigstellung zu einem Artikel über die Präsidentengattin, der vor einigen Tagen unter dem Titel "Das Mysterium Melania" in dem Blatt erschienen war. Thematisiert wurden darin nicht nur die Familienverhältnisse der First Lady, sondern auch ihre Modelkarriere sowie ihre Ehe mit Donald Trump.

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Der Artikel, räumt der "Telegraph" nun ein, enthalte eine "Reihe von Falschinformationen, die nicht hätten veröffentlicht werden dürfen". Die Redaktion sei dazu aufgefordert worden, bestimmte Aussagen richtigzustellen. Ob diese Aufforderung direkt aus dem Weißen Haus kam, schrieb die Zeitung nicht. Konkret stießen der First Lady aber offenbar Äußerungen in dem Artikel bitter auf, wonach ihr Vater eine "furchteinflößende Erscheinung" gewesen sei und die Familie kontrolliert habe. Das sei nicht der Fall gewesen.

Zudem habe Melania die Design- und Architekturkurse an der Uni seinerzeit nur deshalb an den Nagel gehängt, weil sie ihre Modelkarriere vorantreiben wollte. Auch die Behauptung, sie habe beruflich von der Unterstützung durch ihren späteren Mann profitiert, sei falsch. Als sich beide kennenlernten, habe ihre Karriere keineswegs in einer Sackgasse gesteckt. "Wir sind uns bewusst, dass Mrs Trump ein erfolgreiches professionelles Model sowie eigenständig war, bevor sie ihren Ehemann traf - und dass sie sich ihre Modeljobs ohne Hilfe verschaffte", heißt es in der Richtigstellung der Zeitung.

Schadenersatz für First Lady

Auch die Behauptung, Melania habe in der Nacht, als Trump zum Präsidenten gewählt wurde, geweint, sei frei erfunden, schreibt die Zeitung. Ihren Ursprung hat diese Information jedoch nicht im "Telegraph"-Artikel, sondern im Enthüllungsbuch von Michael Wolff. Der US-Autor hatte in "Fire and Fury: Inside the Trump White House" geschrieben, Donald Trump habe am 8. November 2016 angesichts seines bevorstehenden Wahlsiegs geschaut, "als habe er einen Geist gesehen" - und Melania sei in Tränen aufgelöst gewesen, "und das nicht vor Freude". Wolff bezog sich im Buch auf Aussagen von Trumps Sohn Don Jr., die er einem Freund gegenüber gemacht haben soll.

Tatsächlich hatten Trumps Anwälte versucht, auch das Wolff-Buch zu verhindern. Der Verlag Henry Holt & Co. hatte vor Veröffentlichung bestätigt, dass entsprechende Verfügungen von den Anwälten des Präsidenten eingegangen waren. Das Buch erschien am Ende aber dennoch. Der "Telegraph" hingegen hat sich mittlerweile für den Artikel über die First Lady entschuldigt und sich nach eigener Aussage dazu bereit erklärt, Melania sowohl Schadenersatz zu zahlen, als auch ihre Anwaltskosten zu übernehmen.

Trumps Sprecherin erklärte, die Präsidentengattin werde weder Menschen noch Medien erlauben, "Lügen zu verbreiten, um Magazintitel zu verkaufen". Ihr Gatte bedankte sich unterdessen bei Brit Hume, einem US-amerikanischen Kommentator beim Sender Fox News, der die Geschichte als Beweis dafür anführte, dass Befangenheit Jounalisten rücksichtslos werden lasse. Donald Trump steht seit seinem Wahlkampf auf Kriegsfuß mit den Medien und wirft ihnen immer wieder vor, eine "Hexenjagd" auf ihn zu veranstalten.

Quelle: n-tv.de, jug

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