Politik

Bundeswehr am Hindukusch Merkel: Afghanistan-Einsatz von USA abhängig

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Bundeswehrsoldaten im Feldlager in Kundus.

(Foto: picture alliance/dpa)

In Afghanistan arbeitet die Bundeswehr eng mit den USA zusammen. Da Präsident Trump die US-Präsenz am Hindukusch deutlich verringern will, denkt auch Kanzlerin Merkel über ein Ende des Auslandseinsatzes nach.

Deutschland wird bei einem Truppenabbau der USA in Afghanistan den eigenen Einsatz in dem Land überprüfen. Das Verteidigungs- und das Außenministerium hätten der US-Regierung klargemacht, dass die Präsenz Deutschlands und anderer Nationen, die im Norden Afghanistans ihren Dienst tun, vom amerikanischen Engagement abhängig sei, sagte Bundeskanzlerin Angela Merkel bei einer gemeinsamen Pressekonferenz mit dem luxemburgischen Ministerpräsidenten Xavier Bettel in Berlin. 

"Das heißt, wenn sich dort Veränderungen ergeben, werden wir immer wieder überprüfen müssen, ob dann unser Engagement noch nötig ist. Das ist die Verquickung und Verpflichtung, die wir innerhalb der Nato haben, und darauf haben wir hingewiesen", sagte Merkel. Das Kabinett hatte heute eine Verlängerung des Mandats für den Einsatz um ein weiteres Jahr beschlossen. Die Entscheidung über die Mandatsverlängerung trifft nun der Bundestag.

Im Rahmen der Nato-geführten Mission Resolute Support sind derzeit etwa 1200 deutsche Soldaten in dem zentralasiatischen Land stationiert. Im Mittelpunkt der Mission stehen die Ausbildung und Beratung afghanischer Sicherheitskräfte.

Am Dienstag war bekannt geworden, dass die Bundesregierung angeboten hat, eine Afghanistan-Friedenskonferenz auszurichten und dazu auch die radikalislamischen Taliban einzuladen. Deutschland sei bereit, "auf Wunsch der Konfliktparteien seine guten Dienste zur Ermöglichung eines Friedensprozesses zur Verfügung zu stellen", hieß es in einer Unterrichtung der Bundesregierung an Abgeordnete des Bundestages.

Quelle: n-tv.de, dpa/AFP

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