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Coats als Geheimdienstdirektor? Merkel-Kritiker soll US-Geheimdienste leiten

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Dan Coats vertrat bis vor kurzem den US-Bundesstaat Indiana im US-Senat.

(Foto: REUTERS)

Insgesamt 16 Behörden schützen die Vereinigten Staaten vor Bedrohungen aller Art. Der US-Geheimdienstdirektor muss dafür sorgen, dass die Dienste Hand in Hand arbeiten - Favorit für den Posten ist der frühere Deutschland-Botschafter Dan Coats.

Der designierte US-Präsident Donald Trump will den früheren US-Botschafter in Deutschland, Dan Coats, zum nationalen Geheimdienstdirektor machen. Das berichteten die "Washington Post" und andere US-Medien am Donnerstag unter Berufung auf Trumps Umfeld. Coats würde auf James Clapper folgen und hätte die Aufgabe, die 16 Geheimdienste der USA zu koordinieren. Der Senat muss der Personalie zustimmen.

Coats war von 2001 bis 2005 amerikanischer Botschafter in Deutschland. 2011 warf er Bundeskanzlerin Angela Merkel vor, sich mit der deutschen Enthaltung beim Militäreinsatz in Libyen isoliert zu haben.

Gegengewicht zu CIA-Hardliner Pompeo?

Der 73-jährige Republikaner vertrat noch bis vor kurzem den Bundesstaat Indiana im Senat. Er gilt als moderater Konservativer. Dagegen hat Trump mit Mike Pompeo einen republikanischen Hardliner zum Chef der CIA gemacht.

Trump hatte die Arbeit der Geheimdienste in den vergangenen Tagen öffentlich kritisiert. So äußerte er Zweifel an ihrer Darstellung, dass die russische Regierung hinter den Hackerangriffen auf Computer der Demokraten steckt. Der künftige Präsident will sich am Freitag mit Vertretern der Dienste treffen, um sich über die Erkenntnisse unterrichten zu lassen.

Das Amt des Geheimdienstdirektors war 2005 nach Pannen im Vorfeld der Terroranschläge vom 11. September 2001 geschaffen worden. Eine Untersuchungskommission hatte insbesondere dem Auslandsgeheimdienst CIA mangelnde Zusammenarbeit mit der Bundespolizei FBI vorgeworfen. Clapper hatte das Amt seit 2010 inne. Seine Zeit wurde maßgeblich auch von der gewaltigen Datenaffäre um den Geheimdienst NSA geprägt.

Quelle: n-tv.de, jve/dpa

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