Politik

Gegen die Grundüberzeugung Merkel begründet ihre Ablehnung

Es ist eine historische Stunde: Der Bundestag erlaubt die Eheschließung gleichgeschlechtlicher Paare. Kanzlerin Merkel stimmte indes gegen das Vorhaben.

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Bundeskanzlerin Angela Merkel hat im Bundestag gegen die Gleichstellung homosexueller Paare bei der Ehe gestimmt. "Für mich ist die Ehe im Grundgesetz die Ehe von Mann und Frau", sagte die CDU-Vorsitzende unmittelbar nachdem der Bundestag die sogenannte Ehe für alle beschlossen hatte. Dies sei ihre Grundüberzeugung. Deswegen sollte die Abstimmung auch eine Gewissensentscheidung sein. "Und deshalb habe ich heute auch dem Gesetzentwurf nicht zugestimmt."

Zugleich erinnerte sie daran, dass in den vergangenen Jahren die Diskriminierung gleichgeschlechtlicher Paare "Schritt für Schritt aufgehoben" worden sei. Am Ende bliebe allein das Thema Volladoption. Dabei habe sie mit Blick auf den Aspekt des Kindeswohls ihre Position geändert.

"Es war eine lange, intensive, für viele auch emotional sehr berührende Diskussion - das gilt auch für mich ganz persönlich", sagte Merkel zu der Debatte. Sie hoffe, dass mit dem Bundestagsbeschluss "auch ein Stück gesellschaftlicher Friede und Zusammenhalt geschaffen wurde".

Für die Gesetzesvorlage stimmte neben SPD, Linke und Grüne offenkundig auch knapp ein Viertel der Unions-Fraktion. Im Bundestag gab es 393 Ja-Stimmen. SPD, Linke und Grüne haben zusammen 320 Abgeordnete.

(Lesen Sie noch einmal hier die Debatte im Liveticker.)

Quelle: n-tv.de, jwu/rts/AFP

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