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"Entscheiden, nicht klagen" Merkel betont Entscheidungswille bei Reform

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Merkel will entscheiden statt klagen

(Foto: dpa)

Sie hat es zwar nicht so eilig wie der französische Präsident Macron, doch Kanzlerin Merkel pocht bei ihrem Portugal-Besuch darauf, EU-Reformen voranzubringen. Dabei plädiert sie vor allem für schnelle Entscheidungen und weniger Klagen.

Kanzlerin Angela Merkel hat unter dem Eindruck der Regierungskrisen in Italien und Spanien die Bedeutung eines starken Europas unterstrichen. "Wir müssen die EU-Reformen voranbringen", forderte Merkel in Lissabon zum Abschluss eines zweitägigen Besuchs beim EU-Partner Portugal. Im Anschluss an ein Treffen mit ihrem sozialistischen Amtskollegen António Costa betonte sie vor Journalisten: "Auf schwierige Situationen reagiert man nicht, indem man klagt, sondern indem man Entscheidungen trifft."

Die Zukunft der Europäischen Union stand im Mittelpunkt des ersten Besuchs von Merkel in Portugal seit dem Ende der Euro-Krise. Am Donnerstag traf sie neben Costa auch Präsident Marcelo Rebelo de Sousa. Gesprochen wurde vor allem über die Vollendung der Wirtschafts- und Währungsunion und den mehrjährigen Finanzrahmen der EU sowie über die Flüchtlingslage in Europa.

Costa gilt in der Euro-Zone als einer der engagiertesten Verfechter von Reformen für ein starkes Europa. Der 56-Jährige ist der Haltung des französischen Präsidenten Emmanuel Macron, der in dieser Frage weiter als Merkel geht und für eine Neugründung der EU eintritt, sogar näher als der Position Berlins. Man wolle den Besuch Merkels nutzen, um die Ansichten von Berlin und Paris "anzunähern", hatte der portugiesische Außenminister Augusto Santos Silva der Zeitung "Jornal de Negocios" im Vorfeld gesagt.

Bei der Gestaltung der Zukunft Europas seien der "Ehrgeiz Frankreichs und der Pragmatismus Deutschlands" wichtig. Die Visite ist die erste der Kanzlerin beim EU-Partner seit November 2012 und die zweite überhaupt. Merkel fliegt am Nachmittag nach Deutschland zurück.

Quelle: n-tv.de, sgu/dpa

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