Politik
Sergej Skripal und seine 33 Jahre alte Tochter Yulia waren am 4. März bewusstlos auf einer Parkbank in der südenglischen Kleinstadt Salisbury entdeckt worden.
Sergej Skripal und seine 33 Jahre alte Tochter Yulia waren am 4. März bewusstlos auf einer Parkbank in der südenglischen Kleinstadt Salisbury entdeckt worden.(Foto: AP)
Dienstag, 13. März 2018

Giftanschlag auf Sergej Skripal: Merkel fordert Aufklärung von Russland

Bundeskanzlerin Merkel fordert Russland zur Aufklärung des Giftanschlags auf den Ex-Doppelagenten Skripal in Großbritannien auf. Es sei an Russland, "rasche Antworten auf die berechtigten Fragen der britischen Regierung zu geben", so Merkel.

Bundeskanzlerin Angela Merkel hat den Anschlag auf den ehemaligen russischen Doppelagenten Sergej Skripal "auf das Schärfste" verurteilt. Das teilte Regierungssprecher Steffen Seibert mit.

In einem Telefonat mit der britischen Premierministerin Theresa May sagte Merkel demnach, sie nehme die Einschätzung der britischen Regierung zur Frage einer russischen Verantwortung für den Anschlag außerordentlich ernst. Es sei an Russland, rasche Antworten auf die berechtigten Fragen der britischen Regierung zu geben.

Merkel und May hätten vereinbart, "in engem Austausch zu bleiben und sich gemeinsam in geeigneter Weise mit den Verbündeten und europäischen Partnern zu beraten", so Seibert weiter.

Die britische Regierungschefin hatte am Montagabend erklärt, Russland sei "höchstwahrscheinlich" für den Nervengift-Angriff auf den russischen Ex-Agenten Skripal und seine Tochter Julia in Großbritannien verantwortlich. Der 66-jährige frühere Agent und seine 33-jährige Tochter waren am 4. März in Salisbury südwestlich von London bewusstlos auf einer Bank aufgefunden worden. Sie wurden mit lebensgefährlichen Vergiftungserscheinungen in ein Krankenhaus eingeliefert.

Skripal hatte Dutzende russische Agenten an den britischen Geheimdienst verraten, bevor er 2004 im Moskau inhaftiert wurde. 2006 wurde er zu 13 Jahren Haft verurteilt. 2010 fand er dann in Großbritannien Zuflucht, nachdem er im Austausch gegen russische Spione auf freien Fuß kam.

Datenschutz

Quelle: n-tv.de