Politik

Verstörende Bilder aus den USA Merkel ist "wütend und traurig"

Der abgewählte US-Präsident Trump habe seine Niederlage "bedauerlicherweise" nicht eingestanden, sagt Kanzlerin Merkel. Erst das Schüren von Zweifeln am Wahlausgang habe "die Atmosphäre bereitet, in der solche gewalttätigen Ereignisse möglich sind".

Bundeskanzlerin Angela Merkel hat den Sturm auf das Kapitol in Washington mit deutlichen Worten kritisiert. "Wir alle haben die verstörenden Bilder von der Erstürmung des Kongresses gesehen", sagte sie vor Beginn der Jahresauftaktklausur der CSU-Landesgruppe. "Mich haben diese Bilder wütend und auch traurig gemacht." Merkel fügte hinzu, sie sei sicher, da gehe es ihr "wie den allermeisten Freunden der Vereinigten Staaten von Amerika, den Millionen Menschen, die Amerikas demokratische Tradition bewundern".

Eine Grundregel der Demokratie sei: "Nach Wahlen gibt es Gewinner und Verlierer", so Merkel weiter. "Beide haben ihre Rolle mit Anstand und Verantwortungsbewusstsein zu spielen, damit die Demokratie selbst Sieger bleibt. Ich bedaure sehr, dass Präsident Trump seine Niederlage seit November und auch gestern wieder nicht eingestanden hat."

Die Kanzlerin machte den abgewählten US-Präsidenten Donald Trump unmittelbar für die Vorgänge verantwortlich: "Präsident Trump hat bedauerlicherweise seit November - und auch gestern - seine Niederlage nicht eingestanden. Das hat natürlich die Atmosphäre bereitet, in der dann auch solche Ereignisse - solche gewalttätigen Ereignisse - möglich sind." Ähnlich hatte sich auch schon der frühere Präsident Barack Obama geäußert.

CSU-Landesgruppenchef Alexander Dobrindt sagte, Trumps Verhalten könne man nur als "absolut unwürdig" bezeichnen. Die Kanzlerin zeigte sich "sehr erleichtert, dass wir gerade die Nachricht bekommen haben, dass die Zertifizierung der Wahlergebnisse im Kongress erfolgt ist und dass Joe Biden der nächste Präsident sein wird". Damit hätten sich die demokratischen Kräfte durchgesetzt. "Ich habe immer gewusst, dass das in den Vereinigten Staaten von Amerika so sein wird und habe das auch erwartet."

Merkel hatte Biden bereits kurz nach seinem Wahlsieg gratuliert, ohne abzuwarten, ob Trump seine Niederlage eingesteht - dass dies nicht passieren würde, war im November ja noch nicht abzusehen.

Quelle: ntv.de, hvo