Politik

"Die Wünsche kamen spät" Merkel überrascht Bundeswehr mit Musikauswahl

Beim Zapfenstreich ist die Instrumentierung mit Blasinstrumenten und Schlagwerken festgelegt.

Beim Zapfenstreich ist die Instrumentierung mit Blasinstrumenten und Schlagwerken festgelegt.

(Foto: picture alliance / SvenSimon)

Bei der Bundeswehr zeigt man sich erstaunt über den Musikgeschmack der Kanzlerin: Hildegard Knef? Nina Hagen? Für den Großen Zapfenstreich muss der Stabsmusikkorps auf Notensuche gehen, denn das Archiv führt die Titel nicht. "Wir hatten neun Tage Vorlauf. Das ist sportlich", berichtet der Dirigent.

Die scheidende Bundeskanzlerin Angela Merkel hat den Stabsmusikkorps der Bundeswehr mit ihren Musikwünschen für den Großen Zapfenstreich am Donnerstag in Zeitdruck gebracht. "Die Wünsche kamen spät und haben mich überrascht", sagte Dirigent und Oberstleutnant Reinhard Kiauka der Tageszeitung "taz". "Wir hatten neun Tage Vorlauf. Das ist sportlich."

Neben dem Kirchenlied "Großer Gott, wir loben Dich" probt das Stabsmusikkorps "Für mich soll's rote Rosen regnen" von Hildegard Knef und den Song "Du hast den Farbfilm vergessen", mit dem die Punk-Sängerin Nina Hagen 1974 in der DDR einen Hit landete. "Die beiden Songs sind in unserem Notenarchiv nicht vorhanden", so Kiauka. Binnen zwei Tagen sei der Hagen-Titel neu für ein Blasorchester arrangiert worden. Für das Knef-Stück hätten zumindest bei einem Musikverlag Blasmusiknoten vorgelegen.

Beim Zapfenstreich ist die Instrumentierung mit Blasinstrumenten und Schlagwerken festgelegt. "Das entsprechende Arrangieren moderner Titel ist eine hohe Kunst", sagte Kiauka. Aber dadurch entstehe oft eine ganz eigene Version - "und das kann auch seinen Reiz haben".

Die Bundeswehr verabschiedet sich am Donnerstag ab 19.30 Uhr mit einem Großen Zapfenstreich, der höchsten militärischen Würdigung in Deutschland, von der geschäftsführenden Kanzlerin. Anders als sonst wird es wegen der Corona-Pandemie aber keinen Empfang und eine deutlich geringere Zahl an Gästen geben. Als Ehrengast wird nach Angaben des Verteidigungsministeriums Bundespräsident Frank-Walter Steinmeier erwartet. Die Zeremonie soll live im Fernsehen übertragen werden.

Quelle: ntv.de, mbe/dpa

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