Politik

"Dann gibt es bleihaltige Luft" Merz' Wutausbruch war angeblich kalkuliert

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Friedrich Merz hielt Teilen des "Parteiestablishments" vor, ihn als CDU-Chef verhindern zu wollen.

(Foto: via REUTERS)

Nach der Verschiebung des CDU-Parteitags mit Wahl des neuen Vorsitzenden platzt Kandidat Merz der Kragen: Der Vorgang sei Teil einer "Aktion 'Merz verhindern'". Um diese zu stoppen, soll der Sauerländer in einer vertraulichen Spitzenrunde zuvor unverhohlen mit Stunk gedroht haben.

Der CDU-Vorsitzkandidat Friedrich Merz hat in der Frage der Verschiebung des CDU-Parteitags einem Medienbericht zufolge bereits vorher intern mit öffentlichem Streit gedroht. Im Kreis der engsten CDU-Führung, die am Sonntag mit den Vorsitzkandidaten über die Parteitagsplanung beraten habe, habe er mit einer öffentlichen Eskalation gedroht, falls der Parteitag immer weiter verzögert werde, berichtete der "Spiegel" unter Berufung auf Teilnehmer.

Merz habe gesagt, dann werde es "eisige Luft" geben, sollen Teilnehmer berichtet haben. Andere Zeugen berichten von der Formulierung, es werde "bleihaltige Luft" geben. Merz wollte den Bericht am Donnerstag nicht kommentieren, da er sich grundsätzlich nicht öffentlich zum Verlauf vertraulicher Gespräche äußere, wie ein Sprecher mitteilte.

Merz will genauso wie der nordrhein-westfälische Ministerpräsident Armin Laschet und der Außenpolitiker Norbert Röttgen Parteichef werden. Im Verlauf des Gesprächs war man am Sonntag übereingekommen, den für 4. Dezember in Stuttgart geplanten Parteitag abzusagen. Darüber hinaus konnte man keine Einigkeit über die weitere Planung erzielen.

Am folgenden Tag griff Kandidat Merz Teile der Parteiführung in mehreren Interviews massiv an. Teilen des "Parteiestablishments" hielt er vor, ihn als CDU-Chef verhindern zu wollen. Die Absage des Wahlparteitages sei "der letzte Teil der Aktion 'Merz verhindern' in der CDU". Merz sagte der "Welt": "Ich habe ganz klare, eindeutige Hinweise darauf, dass Armin Laschet die Devise ausgegeben hat: Er brauche mehr Zeit, um seine Performance zu verbessern."

Quelle: ntv.de, jog/dpa