RTL/ntv-TrendbarometerMerz kommt aus dem Umfragetief einfach nicht heraus
Weniger als ein Viertel der Deutschen ist mit der Arbeit des Kanzlers zufrieden. Immerhin 40 Prozent erwarten, dass Merz sich in diesem Jahr stärker um die wirtschaftlichen Probleme kümmern wird.
Zu Beginn des neuen Jahres ist die politische Stimmung in Deutschland stabil. Anders gesagt: Bundeskanzler Friedrich Merz kommt aus seinem Umfragetief einfach nicht heraus. Nur 23 Prozent der Deutschen sind im ersten Trendbarometer des Jahres 2026 mit der Arbeit des Kanzlers zufrieden - zwei Prozentpunkte weniger als im letzten Trendbarometer 2025.
Drei Viertel der Deutschen sind nicht zufrieden mit Merz' Arbeit. Kurz vor Weihnachten waren es noch 73 Prozent. Lediglich unter den Anhängern der Unionsparteien überwiegt die Zahl der Zufriedenen. Aber auch unter ihnen sind 41 Prozent unzufrieden mit dem Kanzler.
Eine weitere Umfrage des Meinungsforschungsinstituts Forsa legt nahe, dass eine Mehrheit der Deutschen nicht mehr viel von Merz erwartet - allerdings sind diese Zahlen für den Kanzler nicht so schlecht wie die Zufriedenheitswerte. 40 Prozent der Deutschen rechnen im Trendbarometer damit, dass Merz seine Ankündigung wahr machen und sich in diesem Jahr stärker um die Lösung der wirtschaftlichen Probleme in Deutschland kümmern wird. 57 Prozent sagen, sie glauben das nicht.
Von den Anhängern der Union glauben drei Viertel, dass Merz sich im neuen Jahr stärker um die Wirtschaft kümmern wird. Die Anhänger der SPD und vor allem der Linken und der AfD sind mehrheitlich skeptisch. Eine Ausnahme machen die Anhänger der Grünen: 50 Prozent von ihnen sagen, Merz werde sich stärker um die Lösung der wirtschaftlichen Probleme kümmern. 46 Prozent glauben nicht, dass er dies tun wird.
Keinerlei Veränderung gibt es in der klassischen Sonntagsfrage. Wie bereits im Dezember könnten die Parteien mit folgendem Ergebnis rechnen, wenn in dieser Woche ein neuer Bundestag gewählt würde: AfD 26 Prozent (Bundestagswahl am 23. Februar 2025: 20,8 Prozent), CDU/CSU 24 Prozent (28,5), SPD 13 Prozent (16,4), Grüne 13 Prozent (11,6), Linke 11 Prozent (8,8), BSW 3 Prozent (4,981), FDP 3 Prozent (4,3). Der Anteil der Nichtwählerinnen und Nichtwähler sowie der Unentschlossenen liegt mit unverändert 26 Prozent weiterhin deutlich über dem Anteil der Nichtwähler bei der vergangenen Bundestagswahl (17,9 Prozent).
Nur wenige Verschiebungen ergeben sich mit Blick auf die Einschätzungen der Deutschen zur politischen Kompetenz der Parteien. Auf die Frage, welche Partei mit den Problemen in Deutschland am besten fertig wird, antworten 52 Prozent, keine Partei sei dazu in der Lage - zwei Punkte weniger als beim letzten Trendbarometer des vergangenen Jahres.
Unverändert 16 Prozent trauen am ehesten der CDU/CSU politische Kompetenz zu. Sowohl die AfD als auch die Grünen legen in dieser Frage einen Punkt zu und landen damit bei 13 beziehungsweise 6 Prozent. Ebenfalls 6 Prozent der Deutschen nennen hier die SPD, 5 Prozent die Linke. Auf alle anderen Parteien entfallen zusammen lediglich 2 Prozent.
Zu Beginn des neuen Jahres ist nicht der russische Krieg gegen die Ukraine (24 Prozent), sondern der Konflikt um Venezuela (40 Prozent) das Thema, das die Bundesbürger am meisten interessiert. Auf dem dritten Platz der außenpolitischen Themen rangiert die innenpolitische Situation in den USA (17 Prozent).
Unter den innenpolitischen Themen werden in der ersten Woche des neuen Jahres vor allem die Arbeit der Bundesregierung (20 Prozent), der Stromausfall in Berlin (18 Prozent), die allgemeine wirtschaftliche Lage (17 Prozent) und "Wetter, Schneechaos" (14 Prozent) genannt. Den Konflikt um Grönland sehen lediglich 8 Prozent der Deutschen als eines der wichtigsten Themen, gefolgt von der Brandkatastrophe in Crans Montana (7 Prozent) und der Situation im Nahen Osten (6 Prozent).
Apropos Grönland: 37 Prozent der Deutschen glauben, dass US-Präsident Donald Trump Grönland angreifen und mit militärischen Mitteln unter seine Kontrolle bringen wird. 57 Prozent glauben hingegen, dass Trump das nicht tun wird. Etwas häufiger als die Deutschen insgesamt trauen die Ostdeutschen und die Anhänger der Linken Trump einen militärischen Angriff auf Grönland zu.
Mit Blick auf die Zeit nach einem Ende des Kriegs in der Ukraine wären aktuell 49 Prozent der Deutschen dafür, dass die Bundesrepublik sich dann mit eigenen Soldaten an einer europäischen Friedenstruppe in der Ukraine beteiligt. Bundeskanzler Merz hat dies bislang offengelassen. 46 Prozent der Deutschen sagen derzeit, Deutschland solle sich an einer Friedenstruppe in der Ukraine beteiligen.
Am stärksten fällt die Ablehnung einer deutschen Beteiligung an einer möglichen Friedenstruppe bei den Anhängern der AfD aus. Die Anhänger aller anderen Parteien, einschließlich der Linken, sind mehrheitlich dafür.
Die Daten zum RTL/ntv-Trendbarometer wurden vom Markt- und Meinungsforschungsinstitut Forsa im Auftrag von RTL Deutschland zwischen dem 5. und dem 12. Januar erhoben. Datenbasis: 3004 Befragte. Statistische Fehlertoleranz: plus/minus 2 Prozentpunkte. Die Daten zu den Fragen, ob Bundeskanzler Merz sich 2026 stärker um die Lösung der wirtschaftlichen Probleme kümmern werde, sowie zu Grönland und einer Ukraine-Friedenstruppe wurden von Forsa am 9. und 12. Januar erhoben. Datenbasis: 1006 Befragte. Statistische Fehlertoleranz: plus/minus 3 Prozentpunkte.
Weitere Informationen zu Forsa hier.
