Politik

"Inhaltlich gutes Gespräch" Merz trifft überraschend Selenskyj

Während Kanzler Scholz von einer Reise in die Ukraine absieht, folgt CDU-Chef Merz der Einladung des ukrainischen Parlaments. In Kiew kommt es dann doch noch zu einem Treffen mit dem ukrainischen Präsidenten.

CDU-Chef Friedrich Merz hat in Kiew auch den ukrainischen Präsidenten Wolodymyr Selenskyj zu einem rund einstündigen Gespräch getroffen. Das wurde aus seiner Delegation bestätigt. "Das Gespräch war atmosphärisch und inhaltlich außergewöhnlich gut." Über die Inhalte werde der CDU-Vorsitzende zunächst mit Bundeskanzler Olaf Scholz reden. Während des Besuchs wurde am Nachmittag in Kiew Luftalarm gegeben, wie ein dpa-Reporter berichtete. Das sei der erste Alarm seit dreieinhalb Tagen gewesen.

Merz besuchte zuvor den Ort Irpin und zeigte sich erschüttert über die Opfer des russischen Angriffs. "Der Bürgermeister hat mir in sehr eindrucksvollen Worten gerade geschildert, was hier passiert ist, welche Opfer hier zu beklagen sind, aber auch welche großartige Leistung", sagte Merz. "Ich denke, wir sind in Deutschland auch weiter verpflichtet, diesem Land zu helfen und gerade einer solchen Stadt wie Irpin, auch beim Wiederaufbau zu helfen."

Für Abend sei nach Angaben aus Merz' Umfeld eine Pressekonferenz im Kiewer Rathaus, dem Amtssitz von Bürgermeister Vitali Klitschko, geplant. Merz nimmt nach eigenen Angaben mit der Reise eine Einladung des ukrainischen Parlaments an. Er habe Bundeskanzler Olaf Scholz am Samstagmorgen über seine Reisepläne informiert.

Scholz ist informiert

Mehr zum Thema

Scholz hatte am Vorabend im ZDF gesagt, er habe "keine Einwendungen" gegen Merz' Besuch in Kiew. Merz habe ihn über das Vorhaben informiert, und "ich billige das." Er gehe davon aus, dass der CDU-Fraktionsvorsitzende nach der Visite mit ihm über das Ergebnis sprechen werde.

Der Wirtschaftsberater des ukrainischen Präsidenten, Alexander Rodnyansky, begrüßte den Besuch. "Friedrich Merz ist hier willkommen - so, wie andere Führungspersönlichkeiten aus Deutschland auch", sagte er dem Fernsehsender Welt. Er äußerte die Hoffnung, dass auch Scholz nach Kiew komme. Scholz hatte am Montagabend im ZDF auf die Ausladung von Bundespräsident Frank-Walter Steinmeier durch die Ukraine verwiesen. Dies stehe einer eigenen Reise nach Kiew weiter "im Weg".

Quelle: ntv.de, mba/rts

ntv.de Dienste
Software
Social Networks
Newsletter
Ich möchte gerne Nachrichten und redaktionelle Artikel von der n-tv Nachrichtenfernsehen GmbH per E-Mail erhalten.
Nicht mehr anzeigen