Politik

Trotz massiver Kritik Mexikaner wird in Texas hingerichtet

19651466.jpg

54 mexikanische Staatsbürger wurden in den USA bereits zum Tode verurteilt, auf 75 weitere könnte dies noch zukommen.

(Foto: picture alliance/dpa)

UN-Experten werfen den USA eine Hinrichtung ohne Einhaltung internationaler Normen vor. Nach Auffassung Mexikos wird dem Verurteilten das Recht auf einen Anwalt verweigert. Die Giftspritze gegen den mexikanischen Mörder wird trotzdem angesetzt.

Die Hinrichtung eines wegen Mordes verurteilten Mexikaners im US-Bundesstaat Texas ist in Mexiko und bei UN-Experten auf scharfe Kritik gestoßen. Er verurteile die Hinrichtung von Rubén Cárdenas Ramírez auf das Schärfste, schrieb der mexikanische Präsident Enrique Peña Nieto auf Twitter. Mexiko und die Vereinten Nationen hatten bis zuletzt versucht, die Hinrichtung zu stoppen.

835335a8ebadbb14d01364322f5c135c.jpg

Cárdenas Ramírez wurde wegen des Mordes an seiner Cousine im Jahr 1997 hingerichtet.

(Foto: AP)

Cárdenas Ramírez war für schuldig befunden worden, 1997 seine 16-jährige Cousine vergewaltigt und ermordet zu haben. Der 47-Jährige wurde am Mittwochabend per Giftspritze hingerichtet.

Nach Auffassung Mexikos, wo die Todesstrafe 2005 offiziell abgeschafft wurde, wurde Cárdenas Ramírez sein Recht auf einen Anwalt und eine konsularische Betreuung verweigert. Es sei "keine Frage von Schuld oder Unschuld, sondern der Einhaltung von Menschenrechten und den Regeln der Justiz", schrieb der mexikanische Generalkonsul in Texas, Carlos González Gutiérrez, in einem Beitrag für die Zeitung "Statesman".

UN-Experten hatten vor der Hinrichtung gewarnt: Sollte die Strafe vollstreckt werden, wende die US-Regierung die Todesstrafe ohne Einhaltung internationaler Normen an.

Die Beziehungen zwischen den USA und Mexiko sind angesichts der Pläne von US-Präsident Donald Trump zum Bau einer Mauer an der mexikanischen Grenze angespannt. In den USA laufen derzeit Verfahren gegen 75 Mexikaner, die eine Verurteilung zum Tode zur Folge haben könnten. 54 weitere mexikanische Staatsbürger wurden bereits zum Tode verurteilt.

Quelle: n-tv.de, ftü/AFP

Mehr zum Thema