Politik

Mindestens 25 Tote Militär in Myanmar schießt auf Dörfer

Seit dem Militärputsch riskieren Menschen in Myanmar immer wieder ihr Leben bei Demonstrationen. Bei neuen Zusammenstößen soll die Militärjunta mindestens 25 Zivilisten getötet haben.

Seit dem Militärputsch riskieren Menschen in Myanmar immer wieder ihr Leben bei Demonstrationen. Bei neuen Zusammenstößen soll die Militärjunta mindestens 25 Zivilisten getötet haben.

(Foto: picture alliance/dpa/AP)

Sechs Dörfer in Myanmar werden von rund 150 Soldaten der Militärjunta den ganzen Tag über beschossen. So heißt es in mehreren Berichten zum jüngsten Ausbruch der Gewalt nach dem Militärputsch. Mindestens 25 Zivilisten verlieren dabei ihr Leben.

Bei neuen Zusammenstößen nach dem Militärputsch in Myanmar vom Februar sind Augenzeugen und Medienberichten zufolge mindestens 25 Zivilisten getötet worden. Rund 150 Soldaten der Militärjunta seien am Freitag zu sechs Dörfern nahe Depayin in der zentralen Sagaing-Region vorgedrungen und hätten den ganzen Tag über geschossen, hieß es in den Berichten. Tausende Einwohner hätten die Flucht ergriffen.

"Sie hatten Informationen, dass es hier eine Bürgerwehr gibt, also kamen sie und griffen uns an", sagte ein Augenzeuge. Bürgerwehren haben sich seit dem Coup im ganzen Land gebildet. Das Militär hatte am 1. Februar geputscht und die Regierung von Friedensnobelpreisträgerin Aung San Suu Kyi gestürzt. Seit dem Coup versinkt das frühere Birma in Chaos und Gewalt. Das Militär unterdrückt jeden Widerstand mit brutaler Härte. Nach Schätzungen der Gefangenenhilfsorganisation AAPP wurden bisher mehr als 890 Menschen getötet. Mehr als 6000 wurden festgenommen.

Gegner der Militärherrschaft verbrannten am Samstag, dem 65. Geburtstag von Juntachef Min Aung Hlaing, vielerorts Fotos von ihm. Auch ließen sie nachgebaute Särge in Flammen aufgehen und spielten damit auf eine Beerdigung Min Aung Hlaings an. In sozialen Netzwerken äußerten ebenfalls viele Nutzer ihren Hass auf den Juntachef, seine Familie und seine Anhänger.

Bereits kurz nach dem Militärputsch vom 1. Februar hatte die Junta das auf 65 Jahre begrenzte Alterslimit für den Armeechef und seinen Vize aufgehoben. Damit kann Min Aung Hlaing jetzt solange im Amt bleiben, wie er will. Kürzlich ordnete die Junta die Freilassung von landesweit mehr als 2000 Gefangenen an, darunter 700 allein aus dem berüchtigten Insein-Gefängnis in der größten Stadt Yangon. Wegen des Putsches verhängte die US-Regierung am Freitag weitere Sanktionen gegen führende Mitglieder des Militärregimes und deren Angehörige.

Quelle: ntv.de, ysc/dpa

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