Politik

Viele Kinder unter 140 Toten Milizen entdecken Massengräber im Irak

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Der Islamische Staat hatte 2014 tausende Jesiden - darunter viele Kinder - in der Region Sindschar getötet.

(Foto: picture alliance / Benno Schwing)

Nach der Befreiung der jesidischen Sindschar-Region im Irak entdeckt man in der Gegend immer wieder Massengräber mit Opfern des IS. Diesmal sind unter den gefundenen Leichen besonders viele von Kindern und Frauen.

Irakische Milizen haben zwei weitere Massengräber in der jesidischen Sindschar-Region im Norden des Landes entdeckt. Unter den 140 Leichen seien auch viele Frauen und Kinder, erklärte das paramilitärische schiitische Bündnis Hasched al-Schaabi. In dem Dorf Kabussi im Süden Sindschars entdeckte es demnach ein Massengrab mit den Leichen von 20 Frauen und etwa 40 Kindern.

In dem Wohnkomplex Dschasira in derselben Gegend seien in einem Massengrab weitere 80 Leichen gefunden worden, teilte das Bündnis mit. Es handele sich vor allem um Jesiden. Erst vor fast zwei Wochen hatten irakische Sicherheitskräfte 73 getötete Jesiden in einem Massengrab in der Region entdeckt.

40 Massengräber seit 2015

Seit 2015 wurden nach Behördenangaben in verschiedenen Bereichen der Jesidenregion etwa 40 Massengräber gefunden; bei allen Opfern handelte es sich demnach um Angehörige der religiösen Minderheit. Die Dschihadistenmiliz Islamischer Staat hatte 2014 tausende Jesiden in der Region getötet. Tausende Frauen und Mädchen hatten die Dschihadisten außerdem entführt und als Sex-Sklavinnen missbraucht.

2015 hatten kurdische Truppen die vom IS kontrollierte Stadt Sindschar zurückerobert und den IS aus der gleichnamigen Region vertrieben. Im Oktober übernahmen irakische Regierungstruppen wieder die Kontrolle über das Gebiet.

Die Jesiden gehören einer religiösen Minderheit an und glauben an einen einzigen Gott. Im Zentrum ihres Glaubens steht der Engel Melek Taus, der auch Engel Pfau genannt wird. Weil Islamisten in dem Engel eine Dämonenfigur sehen, halten sie die Jesiden für "Teufelsanbeter".

Quelle: n-tv.de, uzh/dpa