Längere hohe Spritpreise drohenMinenräumung in Straße von Hormus könnte sechs Monate dauern

Die Straße von Hormus ist durch den Iran geschlossen und der internationale Handel eingeschränkt. Teheran nutzt dafür offenbar auch ferngesteuerte Minen. Eine Räumung der Sprengkörper könnte mühsam werden.
Selbst bei einem dauerhaften Abkommen zwischen den USA und dem Iran wird die Sicherung der Straße von Hormus offenbar lange Zeit in Anspruch nehmen. Die Minenräumung in der Meerenge könnte rund sechs Monate dauern, berichtet die "Washington Post" unter Berufung auf eine Mitteilung des US-Verteidigungsministeriums an den Kongress.
Darin wurde auch darüber informiert, dass der Iran mindestens 20 Minen im Bereich des wichtigen Wasserwegs ausgebracht haben könnte. Einige wurden mithilfe von GPS ferngesteuert ausgesetzt, was es den US-Streitkräften erschwert, die Minen bei ihrem Einsatz zu entdecken, erklärte ein hochrangiger Verteidigungsbeamter den Abgeordneten. Andere sollen von iranischen Streitkräften mit kleinen Booten ausgebracht worden sein.
Das Pentagon wollte eine entsprechende Frage nach der Dauer einer möglichen Minenräumung nicht beantworten. Ein Sprecher bezeichnete die Angaben der "Washington Post" jedoch als "falsch" und "inakkurat".
US-Präsident Donald Trump hatte am Freitag erst von einer laufenden Minenräumung in dem Seegebiet gesprochen. "Der Iran hat mit Hilfe der USA alle Seeminen geräumt oder ist dabei, sie zu räumen", schrieb der US-Staatschef auf seiner Social-Media-Plattform Truth Social.
Trump legt sich mit Energieminister an
Der den Kongressabgeordneten präsentierte Zeithorizont von sechs Monaten stieß dem Bericht zufolge sowohl bei den Demokraten als auch Republikanern auf Unmut. Dies wird als weiteres Anzeichen dafür gewertet, dass Öl- und damit auch Benzin- und Dieselpreise noch lange nach Abschluss eines dauerhaften Abkommens zwischen beiden Staaten auf hohem Niveau verbleiben dürften.
US-Energieminister Chris Wright hatte bereits am Wochenende angedeutet, dass die Spritpreise womöglich nicht so schnell sinken werden. Wright äußerte sich bei CNN verhalten zur Frage, wann man wieder weniger als drei US-Dollar pro Gallone (rund 2,55 Euro für knapp 3,8 Liter) bezahlen würde. "Ich weiß nicht, ob das noch in diesem Jahr passieren kann. Es könnte auch erst nächstes Jahr so weit sein", antwortete er.
Den Angaben seines eigenen Ministers widersprach der US-Staatschef im Nachhinein. "Nein, ich glaube, da liegt er falsch. Völlig falsch", sagte Trump dem Portal The Hill mit Blick auf Wrights Aussage. Auf die Frage, wann er mit sinkenden Preisen rechne, sagte Trump: "Sobald das hier vorbei ist."
Die Frage der Spritpreise dürfte mit Blick auf die Zwischenwahlen im Kongress eine zunehmend entscheidende Rolle spielen. Bei den Wahlen im November werden ein Drittel des Senats und das komplette Repräsentantenhaus neu gewählt. Bisher hält die Trump-Partei in beiden Kongresskammern eine Mehrheit.