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Griechenland schlägt AlarmMinister: 550.000 Migranten warten in Libyen auf Überfahrt nach Europa

10.05.2026, 11:37 Uhr
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Die griechische Küstenwache bringt immer wieder Menschen in Sicherheit. (Foto: picture alliance/dpa/Griechische Küstenwache)

Mit Sorge betrachtet Griechenland das gute Wetter auf dem Meer, an dessen anderem Ufer Libyen liegt. Migrationsminister Plevris fürchtet, das könnte wieder deutlich mehr Menschen dazu bewegen, sich auf die gefährliche Reise zu machen.

Rund 550.000 Migranten und Flüchtlinge warten nach Angaben des griechischen Migrationsministers Thanos Plevris derzeit in Libyen auf eine Gelegenheit, nach Europa überzusetzen. Athen arbeite deshalb eng mit der EU-Grenzschutzagentur Frontex sowie mit den libyschen Behörden zusammen, um Schleuserbanden zu bekämpfen, Boote frühzeitig zu erkennen und Abfahrten von der nordafrikanischen Küste zu verhindern.

Die Warnung erfolgt vor dem Hintergrund neuer Ankünfte südlich von Kreta. Die griechische Küstenwache brachte allein am Sonntag insgesamt 125 Migranten in Sicherheit, die in zwei Booten südlich der Mittelmeerinsel unterwegs waren, berichtete der staatliche Rundfunk.

Zwischen Libyen und Kreta herrscht derzeit ruhiges Wetter mit leichten Winden, teilte das griechische Wetteramt mit. Offiziere der Küstenwache gehen davon aus, dass weitere Boote aus Libyen Richtung Kreta in See gestochen sind.

Nach Angaben des UN-Flüchtlingshilfswerks UNHCR erreichten im vergangenen Jahr rund 42.000 Migranten über den Seeweg griechische Inseln und damit die Europäische Union. Das waren 20 Prozent weniger als 2024. Im östlichen Mittelmeer registrierte das Hilfswerk 2025 107 Todesopfer.

Quelle: ntv.de, sba/dpa

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