Politik

"Es gilt das Recht des Staates" Minister Reul erhöht Druck auf Clans

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Die Polizei soll sich von der konsequenten Strategie gegen die Clans nicht ablenken lassen.

(Foto: dpa)

In Duisburg werden Polizisten bei der Festnahme im Clan-Milieu erneut bedrängt, beleidigt und bespuckt. Auch ein Journalist wird bei einem Video-Dreh bedroht. NRW-Innenminister Herbert Reul will sich das nicht gefallen lassen und bekräftigt, die Polizei werde einen langen Atem beweisen.

Nach einem Massenauflauf und erneuten Aggressionen gegen Polizisten und Journalisten in Duisburg-Marxloh hält Innenminister Herbert Reul an der Null-Toleranz-Strategie gegen Clans fest. "Wenn die glauben, uns ginge die Luft aus, irren die sich", sagte der CDU-Politiker bei RTL.

Die Null-Toleranz-Strategie bedeute: "Konsequent sein, jeden Verstoß ahnden. Immer dann, wenn was passiert, da sein. Immer reingehen", sagte Reul auch "Bild-live". Die Polizei werde sich von dieser Strategie nicht ablenken lassen. Objektiv gebe es zwar keine Viertel, die No-go-Areas seien, subjektiv empfänden "die normalen Menschen" das jedoch so, und darum müsse man sich kümmern.

Reul bekräftigte bei "Guten Morgen Deutschland", die Polizei werde nicht nachlassen und einen langen Atem beweisen. "Wir wissen das noch aus den Anfängen der Clan-Debatten. Sie haben gedacht: 'Wir bestimmen was los ist. Unser Familienrecht bestimmt, ist über allem.' Und die lernen gerade, dass in Deutschland nicht das Recht der Familie, sondern das Recht des Staates gilt und das ist unangenehm und dass die sich dann wehren, wundert mich nicht."

Beleidigungen und Spuckattacken

Als Polizisten am Dienstag einen per Haftbefehl gesuchten 18-Jährigen festnahmen, kamen Anwohner hinzu, die die Polizisten bedrängten. Gleichzeitig sammelten sich auf der Straße vor dem Haus etwa 200 Menschen. Mit Unterstützung zahlreicher Kräfte konnte der Festgenommene zum Streifenwagen gebracht werden. Auf dem Weg beleidigten Anwesende Beamte und spuckten in ihre Richtung. Eine unbestimmte Anzahl der Personen hatte laut Polizei "Clan-Bezug". Zwei Männer kamen in Gewahrsam.

Ein Reporter der "Bild"-Zeitung wurde nach Angaben des Mediums bei einer Live-Schalte in Duisburg-Marxloh von mehreren Menschen mit Eiern beworfen, er sei auch bedroht worden. Der Deutsche Journalistenverband (DJV) twitterte mit Bezug auf den Vorfall am Donnerstag "Pressefreiheit bedeutet, Journalisten und Journalistinnen ihre Arbeit machen zu lassen, auch wenn es einem nicht passt. Angriffe auf Reporter und Reporterinnen sind absolut inakzeptabel. Das muss aufhören!"

Quelle: ntv.de, tno/dpa