Politik

Tödlicher Einsatz in MinneapolisWar 37-Jähriger schon entwaffnet, als ICE-Beamte schossen?

24.01.2026, 22:51 Uhr
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Video poster

In Minneapolis erschießen ICE-Beamte einen 37-jährigen Einwohner der Stadt. Laut dem Heimatschutzministerium soll der Mann bewaffnet gewesen sein. Ein im Netz verbreitetes Video sorgt für Spekulationen. Die wichtigsten Fragen und Antworten im Überblick.

Was ist passiert?

Viele Details zum Ablauf des Vorfalls sind laut den Behörden noch unklar. Laut US-Heimatschutzministerium wurde in Minneapolis gegen 9.00 Uhr vormittags (Ortszeit) eine Person nach Schüssen durch einen Bundesbeamten für tot erklärt. Der Behörde zufolge seien die Beamten auf der gezielten Suche nach einem illegalen Einwanderer gewesen. Dabei habe sich ein Mann mit einer "9-Millimeter-Halbautomatikpistole" genähert. Die Beamten hätten versucht, ihn zu entwaffnen, was zu einer Rangelei geführt habe. Ein Beamter habe um sein Leben gefürchtet und Schüsse abgegeben. Das Recherchenetzwerk Bellingcat spricht nach einer Videoauswertung von mindestens zwei Schützen.

Was zeigen die Videos vom Tatort?

Ein in den sozialen Medien verbreitetes Video zeigt mehrere Personen mit Masken und taktischen Westen, wie sie für ICE-Beamte üblich sind. Die Personen ringen auf einem Bürgersteig mit einer einzelnen Person. Sie bringen die Person zu Boden und ringen dort mit ihr weiter. Dann ist ein erster Schuss zu hören. Der Mann fällt ausgestreckt auf den Boden und bleibt dort regungslos liegen. Es fallen mehrere weitere Schüsse. Die Videoauswertung von Bellingcat legt den Verdacht nahe, dass der Getötete bereits vor den tödlichen Schüssen von einem ICE-Beamten während der Rangelei am Boden entwaffnet wurde.

Andere Aufnahmen, die kurz vor der Auseinandersetzung gemacht wurden, zeigen, wie der Mann auf der Straße steht und mit seinem Handy filmt. Dann drängt ein vermummter Beamter den Mann von der Straße, wobei der 37-Jährige keinen Widerstand leistet.

Wo starb der Mann?

Es ist unklar, ob die getötete Person am Einsatzort oder erst im Krankenhaus starb. Laut dem Heimatschutzministerium wurde der Mann vor Ort für tot erklärt, der Polizeichef sprach hingegen davon, dass er erst im Krankenhaus für tot erklärt wurde. Polizisten der Stadt hätten den Mann mit mehreren Schussverletzungen vorgefunden. Er sei in ein Krankenhaus gebracht worden.

Was weiß man über den Toten?

Der Polizeichef von Minneapolis sagte, es handle sich um einen 37-jährigen weißen Mann, der in Minneapolis wohnte. Nach Angaben des Polizeichefs handelte es sich vermutlich um einen US‑Bürger. Nach Angaben des Polizeichefs von Minneapolis war der Getötete generell berechtigt, eine Waffe zu tragen und hatte keine Vorstrafen. Warum sich der Mann am Tatort aufhielt, ob er in einer Verbindung zu dem ICE-Einsatz stand oder welche Rolle er in dem Geschehen vor den Schüssen spielte, ist unklar.

Was weiß man über die sichergestellte Waffe?

Das Heimatschutzministerium veröffentlichte das Foto einer Pistole, die dem 37-Jährigen gehört haben soll. Laut dem Verifizierungsteam von RTL/ ntv handelt es sich um eine Sig Sauer 320 mit aufmontiertem Rotpunktvisier. Die Handfeuerwaffe ist in den USA weitverbreitet und auch eine der Dienstwaffen der Einwanderungsbehörde ICE.

Wie äußert sich der Bürgermeister von Minneapolis und der Gouverneur von Minnesota?

Gouverneur Tim Walz forderte Trump in einer Pressekonferenz auf, die Kräfte von Minnesota abzuziehen. "Sie säen Chaos und Gewalt." Auf X hatte Walz zuvor geschrieben: "Zieht die Tausenden gewalttätigen, ungeübten Beamten aus Minnesota ab. Jetzt." Minnesota habe es satt. Der Bürgermeister der Stadt, Jacob Frey - wie Walz ebenfalls ein Demokrat - sagte: "Wie viele Amerikaner müssen noch sterben oder schwer verletzt werden, damit dieser Einsatz beendet wird?" Wenn das Ziel der Mission darin bestehe, für Frieden und Sicherheit zu sorgen, dann bewirke sie genau das Gegenteil.

Was sagt Trump?

Der US-Präsident warf Frey und Walz vor, zu einem "Aufstand" anzustacheln. Beide Demokraten würden "mit ihrer großspurigen, gefährlichen und arroganten Rhetorik zu einem Aufstand" anstacheln, schrieb Trump auf seiner Onlineplattform Truth Social. "LASST UNSERE ICE PATRIOTEN IHREN JOB TUN!"

Quelle: ntv.de, jpe/dpa/rts

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