Politik

Auch Generalkonsulat betroffenMitarbeiter der Goethe-Institute in Russland müssen Land verlassen

07.09.2026, 17:59 Uhr
00:00 / 02:45
imago0865895318h
Die Goethe-Institute in Russland konnten seit Jahren keine große Öffentlichkeit in Russland mehr erreichen, aber Sprachkurse waren weiterhin beliebt. (Foto: IMAGO/Anadolu Agency)

Die diplomatische Eiszeit zwischen Deutschland und Russland verschärft sich: Moskau reagiert auf Berlins Maßnahmen nach dem Drohnen-Anschlagsversuch in Leipzig - mit Folgen für Kulturarbeit und konsularische Beziehungen.

Russland hat alle dortigen Goethe-Institute geschlossen und die Mitarbeiter zum Verlassen des Landes bis spätestens 13. September aufgefordert. Zugleich ordnete das Außenministerium in Moskau die Schließung des deutschen Generalkonsulats in St. Petersburg bis 18. September an. Damit antwortete Moskau auf die angekündigte Schließung des Russland-Hauses in Berlin und des Generalkonsulats in Bonn, nachdem Berlin Moskau für den Anschlagsversuch mit einer Sprengstoffdrohne auf dem Flughafen Leipzig/Halle verantwortlich gemacht hatte.

Außenminister Johann Wadephul bedauert die von Moskau angekündigte Schließung der Goethe-Institute in Russland. "Das Goethe-Institut macht sich jeden Tag um gedeihliche Kulturbeziehungen und gesellschaftlichen Austausch zwischen Russland und Deutschland verdient - und das seit Russlands Invasionskrieg in der Ukraine unter schwierigsten Bedingungen", teilte der CDU-Politiker mit. Der Schritt schade den deutsch-russischen Beziehungen weiter, sagte Wadephul am Rande eines Treffens mit seinen Kollegen aus Frankreich und Polen im thüringischen Weimar.

Berlin macht Moskau für den Anschlagsversuch mit einer Sprengstoffdrohne auf dem Flughafen Leipzig/Halle verantwortlich und hat einen Sanktionskatalog gegen Moskau angekündigt. Dazu gehört die Kündigung des Vertrags für den Betrieb des Russischen Hauses in Berlin, das im Verdacht steht, als Kulturinstitut getarnt für Spionagezwecke zu dienen. 

Die Goethe-Institute in Russland konnten seit Jahren keine große Öffentlichkeit in Russland mehr erreichen. Die Arbeit des Instituts sei "bereits in den vergangenen Jahren immer weiter eingeschränkt" worden, sagte Präsidentin Gesche Joost laut Mitteilung. Schon 2023 sei die Zahl der Mitarbeiter stark reduziert worden.

Deutscher Sprachunterricht blieb aber beliebt, in Moskau gibt es auch weiterhin Schulen mit Deutsch als erster Fremdsprache. Selbst kremltreue Vertreter wie der Moskauer Deutschland-Experte Wladyslaw Below argumentierten, die Goethe-Institute wie auch das Russische Haus in Berlin sollten erhalten bleiben. Sonst "zerreißen auch noch die wenigen verbliebenen kulturellen und zwischenmenschlichen Beziehungen", sagte er.

Quelle: ntv.de, mba/dpa

RusslandAngriff auf die UkraineDrohnen