Politik
Die EU-Außenbeauftragte sieht die Entwicklung zwischen den Golfmächten mit Sorge.
Die EU-Außenbeauftragte sieht die Entwicklung zwischen den Golfmächten mit Sorge.(Foto: REUTERS)
Dienstag, 07. November 2017

"Extrem gefährliche" Eskalation: Mogherini warnt Saudis und Iran

Eine Rakete aus dem Jemen nimmt Saudi-Arabien zum Anlass, Iran einen kriegerischen Akt zu unterstellen. Es folgt ein ungewöhnlich scharfes rhetorisches Gefecht . EU-Außenpolitikerin Mogherini meint, alle seien verrückt geworden. Dann twittert Trump.

Die EU-Außenbeauftragte Federica Mogherini hat vor einer weiteren Zunahme der Spannungen zwischen Saudi-Arabien und dem Iran gewarnt. Die derzeitige Eskalation sei "extrem gefährlich", sagte Mogherini bei einem Besuch in Washington. Beide Seiten sollten ihre Rhetorik mäßigen und nach einem "Minimum von Konsens" suchen, um die Grundlage für Frieden zu stiften.

Die Rakete aus dem Jemen verursachte nur Sachschaden.
Die Rakete aus dem Jemen verursachte nur Sachschaden.(Foto: REUTERS)

Saudi-Arabiens mächtiger Kronprinz Mohammed bin Salman hatte zuvor Teheran eine "direkte militärische Aggression" vorgeworfen. Er bezog sich damit auf einen Raketenbeschuss der saudischen Hauptstadt Riad durch proiranische Rebellen im Jemen, den er als "kriegerischen Akt" bezeichnete.

Saudi-Arabien und der Iran stehen im Konflikt im Jemen auf entgegengesetzten Seiten. Teheran unterstützt die schiitischen Huthi-Rebellen, die Jemens Hauptstadt Sanaa und große Teile des Landes kontrollieren. Riad führt seit März 2015 eine arabische Militärkoalition an, um Jemens Präsidenten Abd Rabbo Mansur Hadi zurück an die Macht zu bringen. Saudi-Arabien erhebt den Vorwurf, dass die auf Riad abgefeuerte Rakete vom Iran geliefert worden sei.

Unterstützung bekam Riad dabei von der US-Regierung. Mit den Raketenlieferungen an die Huthi-Rebellen verstoße Teheran gegen UN-Resolutionen, erklärte die US-Botschafterin bei den Vereinten Nationen, Nikki Haley. US-Präsident Donald Trump hatte zuvor der saudischen Führung sein "großes Vertrauen" ausgesprochen. König Salman und Kronprinz Mohammed bin Salman "wissen genau, was sie tun", twitterte er während seiner Asienreise.

Die Warnungen Mogherinis während ihres Washington-Besuchs waren offenkundig auch an die Adresse der US-Regierung gerichtet. Sie wisse, dass sie mit ihren Mahnungen zu rhetorischer Zurückhaltung "nicht die Mehrheitsposition in der Welt von heute" vertrete, die "völlig verrückt zu werden scheint", sagte die EU-Chefdiplomatin. Trump bezog sich allerdings auf die beispiellose Welle von Festnahmen hochrangiger Politiker und Geschäftsleute im Rahmen einer Anti-Korruptions-Kampagne in Saudi-Arabien. Den Konflikt mit dem Iran erwähnte er nicht.

Quelle: n-tv.de

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