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Das Ministerium von Lawrow (l.) rückt die US-Sanktionen in die Nähe einer Straftat.
Das Ministerium von Lawrow (l.) rückt die US-Sanktionen in die Nähe einer Straftat.(Foto: dpa)
Freitag, 06. April 2018

Empörung über neue US-Sanktionen: Moskau kündigt "harte Antwort" an

Mit schweren Vorwürfen reagiert Russland auf die jüngsten US-Sanktionen, die sich gegen russische Oligarchen und prominente Politiker richten. Die Maßnahme sei ein "anti-russischer Angriff" und diene dazu, "Konkurrenten am Weltmarkt zu eliminieren".

Das russische Außenministerium hat eine "harte Antwort" auf die jüngsten US-Sanktionen angekündigt. In einer in Moskau verbreiteten Erklärung bezeichnete es die Maßnahmen der USA als "anti-russischen Angriff". Solche Angriffe würden auch in Zukunft nicht ohne Reaktion aus Moskau bleiben. Die USA müssten begreifen, dass sich Russland "durch keinerlei Zwangsmaßnahmen von seinem Kurs abbringen" lasse.

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Die US-Regierung hatte zuvor gezielte Strafmaßnahmen gegen bestimmte russische Oligarchen, Regierungsmitglieder und Firmen verhängt. Sie begründete die Sanktionen mit den "andauernden und immer dreisteren boshaften Aktivitäten der russischen Regierung überall in der Welt". Durch die Sanktionen werden mögliche Bankkonten und Vermögenswerte der Betroffenen in den USA eingefroren und US-Bürgern verboten, mit ihnen Geschäfte zu machen.

Das Außenministerium in Moskau rückte dies in seiner Erklärung in die Nähe einer Straftat: "Washington vergisst, dass die Beschlagnahme von Privateigentum und Geld Diebstahl ist." Mit den Maßnahmen gegen russische Unternehmen versuche die US-Regierung, "Konkurrenten am Weltmarkt zu eliminieren". Die Beziehungen zwischen Washington und Moskau sind ohnehin durch die kürzlichen gegenseitigen Ausweisungen von jeweils 60 Diplomaten schwer belastet. Die Ausweisungen erfolgten im Zuge des Streits um den Giftanschlag in England auf den Ex-Spion Sergej Skripal und dessen Tochter.

Die nun verkündeten Maßnahmen der USA beruhen auf einem Gesetz, das der Kongress im vergangenen Jahr als Antwort auf die mutmaßlichen russischen Cyberinterventionen in den US-Wahlkampf 2016 verabschiedet hatte. Präsident Donald Trump hatte das Gesetz nur zögerlich abgezeichnet, dann aber Mitte März auf dessen Grundlage eine erste Runde von Sanktionen verhängt. Durch die jetzigen neuen Maßnahmen zieht er die Sanktionsschraube deutlich fester an.

Finanzminister Steven Mnuchin begründete sie unter anderem mit den "boshaften Cyberaktivitäten" Russlands und Versuchen, westliche Demokratien zu "untergraben". Er nannte auch die russische Annexion der Krim-Halbinsel, ein Anheizen des Konflikts in der Ostukraine und die Unterstützung der Regierung von Syriens Machthaber Baschar al-Assad als Gründe. Die gezielten Strafmaßnahmen gegen einzelne Oligarchen begründete Mnuchin damit, dass die russische Elite überproportional von den Aktivitäten ihrer Regierung profitiere.#

Quelle: n-tv.de