Politik

Keine Teilnahme als "Zuschauer" Moskau reagiert kühl auf Trumps G7-Idee

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Wenn es nach Trump ginge, wäre Russlands Präsident Putin längst wieder dabei bei den Gipfeln, die derzeit im G7-Format abgehalten werden.

(Foto: REUTERS)

Nach dem Platzen des G7-Gipfels im Juni bringt US-Präsident ein neues Gipfel-Format ins Spiel - unter anderem mit Russland als Teilnehmer. Doch Moskau reagiert verhalten. Sein Land könne nur unter bestimmten Bedingungen teilnehmen, erklärt ein führender russischer Außenpolitiker.

Die neue Initiative von US-Präsident Donald Trump für eine Teilnahme Russlands am G7-Gipfel der großen Industrienationen hat in Moskau ein verhaltenes Echo ausgelöst. Russland sei bereit zu beliebigen Formaten des Dialogs, aber nur auf Augenhöhe mit anderen Teilnehmern, sagte der Außenpolitiker Konstantin Kossatschow der Agentur Interfax. "Ein Platz als Zuschauer passt Russland nicht", sagte der Vorsitzende des Auswärtigen Ausschusses im russischen Föderationsrat. Vor allem erwarte Russland nun Details zu der Initiative, um über eine Teilnahme zu entscheiden.

Trump - in diesem Jahr der Gastgeber - will den für eigentlich für Juni geplanten Gipfel auf September verschieben und dann auch andere Länder einladen. Unter anderen Bundeskanzlerin Merkel hatte eine persönliche Teilnahme an einem Gipfel im Juni in den USA ausgeschlossen. Daraufhin hatte Trump eine Verschiebung ins Spiel gebracht und gleichzeitig das G7-Format als "überholte Gruppe" bezeichnet. Ein früherer Vorstoß des US-Präsidenten für eine Rückkehr Russlands war bei den sechs anderen Staaten allerdings auf Ablehnung gestoßen. Russland war 2014 nach der Einverleibung der ukrainischen Schwarzmeer-Halbinsel Krim aus dem Club ausgeschlossen worden. Zusätzlich erließen USA und EU Sanktionen, die bis heute in Kraft sind.

Der Kreml hatte immer wieder deutlich gemacht, dass das G7-Format für Russland kaum noch von Interesse sei, weil es das Kräfteverhältnis in der Welt nicht vollständig abbilde. Deshalb bevorzugt Russland das G20-Format der führenden Industrienationen und Schwellenländer. Kossatschow sagte, dass bei der US-Initiative China und andere Länder fehlten. Wenn Trump vorhabe, ein neues Format einiger Länder "unter sich" zu etablieren als Vereinigung gegen andere Staaten, dann "können wir das nicht annehmen". Zumindest aber zeige Trump mit seinem Vorstoß, dass er das G7-Format selbst für veraltet halte. Seit langem sei klar, dass die G7 nur noch ein Instrument für die westliche Welt sei, ihre Einheit zu demonstrieren.

Quelle: ntv.de, mbo/dpa