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Befreiung aus den Händen des IS Moskau vergleicht Rakka mit Dresden 1945

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Eine Stadt in Schutt und Asche: Der IS hatte Rakka im Januar 2014 erobert.

(Foto: AP)

Mehrfach wird Russland vorgeworfen, bei seinen Angriffen in Syrien auch Zivilisten zu bombardieren. Diesen Vorwurf erhebt die russische Regierung nun auch gegenüber der US-geführten Militärkoalition und zieht historische Vergleiche.

Russland hat der von den USA geführten Anti-IS-Allianz in Syrien eine Auslöschung von Rakka vorgeworfen. Die Angriffe bei der Befreiung der Stadt glichen dem Bombenteppich, den Großbritannien und die USA 1945 über Dresden gelegt hätten, sagte der Sprecher des russischen Verteidigungsministeriums, Igor Konaschenkow. Rakka sei durch britisch-amerikanische Bombardierungen "vom Antlitz der Erde gewischt worden".

Konaschenkow erklärte weiter, es seien "tausende friedliche Zivilisten in den Ruinen der Stadt begraben" worden. Nun versuche der Westen eilig mit finanzieller Hilfe für Rakka seine eigenen "barbarischen Bombardements" zu verbergen. Demnach hätten vor dem Konflikt rund 200.000 Menschen in Rakka gelebt. Inzwischen sollen es nach russischen Angaben nicht mehr als 45.000 sein.

Britische und amerikanische Bomberverbände hatten wenige Wochen vor Ende des Zweiten Weltkrieges vom 13. bis 15. Februar 1945 in vier Wellen den Großraum Dresden angegriffen und weite Teile der Innenstadt zerstört. Tausende Menschen kamen dabei ums Leben.

Die syrischen Rebellen hatten die Befreiung von Rakka aus den Händen des IS am Dienstag verkündet nach vier Monaten heftiger Gefechte. Die USA sprachen von einem "entscheidenden" Sieg im Anti-Terrorkampf. Die von ihnen angeführte Koalition will zivile Opfer nach eigenen Angaben möglichst ausschließen und entspreche Vorwürfe sorgfältig überprüfen. Russland sah sich im Syrien-Konflikt ebenfalls wiederholt mit Vorwürfen konfrontiert, syrische Zivilisten zu bombardieren.

Überschätzte Eroberung?

Rakka war nach dem Fall der irakischen Stadt Mossul die letzte Großstadt unter IS-Kontrolle. Die Terrormiliz hatte die Stadt im Januar 2014 erobert und später zur inoffiziellen Hauptstadt ihres selbsternannten "Kalifats" gemacht.

Das russische Verteidigungsministerium bestritt in seiner Erklärung allerdings, dass die Eroberung der Stadt von großer militärischer Bedeutung sei. Rakka sei eine "Provinzstadt", deren Eroberung überschätzt werde. Die Erfolgsmeldungen der US-Regierung seien überzogen. So sei Rakka auch weitaus kleiner als Deir ez-Zor, wo das syrische Militär mit Hilfe russischer Unterstützung gegen den IS kämpfe.

Quelle: n-tv.de, chr/rts/AFP

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