Politik

Mysteriöse Osterbotschaft?Donald Trump posiert als Jesus

13.04.2026, 14:14 Uhr
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Provokantes Bildmaterial aus den USA: Präsident Donald Trump zeigt sich in den sozialen Medien als patriotischer Erlöser, der einem erschöpften Kranken heilend die Hand auflegt. Das Trump-Porträt als Jesus schlägt international hohe Wellen. Einzelne Details werfen zusätzliche Fragen auf.

US-Präsident Donald Trump hat sich in seinem offiziellen Social-Media-Account bei Truth Social in der Rolle eines Wunder wirkenden Heilands porträtieren lassen und damit nicht nur unter gläubigen Christen irritierte Reaktionen ausgelöst. Das offenbar KI-generierte Bild präsentiert den 79-Jährigen im weißen Gewand und rotem Umhang in der Pose des heilenden Jesus, der einem bettlägrigen Mann segnend die rechte Hand auflegt, während in seiner geöffneten linken Hand eine Art göttliches Licht aufstrahlt.

Zu seiner Rechten betet eine junge Frau, ein bärtiger alter Mann mit Baseball-Kappe verfolgt mit ernstem Blick die Heilung. Zu Trumps Linken stehen eine Krankenschwester und ein uniformierter Soldat. Im Bild-Hintergrund sind neben einer dramatisch wehenden US-Flagge noch die Freiheitsstatue, das Lincoln-Memorial und weitere Symbole des US-Patriotismus wie etwa fliegende Weißkopf-Seeadler und ein Feuerwerk in Anspielung auf den US-amerikanischen Unabhängigkeitstag zu erkennen.

Das Trump-Bild in voller Größe:

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Die fragliche Darstellung wurde am späten Abend (US-Ostküstenzeit, 3.49 Uhr MESZ) eine Woche nach Ostern zunächst ohne erklärenden Begleittext veröffentlicht. Das Bild im Stil eines neoklassizistischen Ölgemäldes enthält weitere Details, die aus europäischer Sicht teils kurios, teils mehr als fragwürdig erscheinen.

Gefallene Krieger mit Dreizack-Krone?

In der Bildmitte oben zum Beispiel schweben fünf durchscheinende Gestalten in einem Strahlenkranz gen Himmel. In Anspielung an bekannte Auferstehungsszenen der Kunstgeschichte könnte es sich hier entweder um eine Art Himmelfahrt im Krieg gegen den Iran gefallener US-Soldaten, um gütig wachende Heilige oder auch nur um sinnlose Artefakte einer KI-Software handeln.

Besonders merkwürdig wirkt die fliegende Figur in der Mitte - dort, wo in klassischen Vorbildern sonst der auferstandene Jesus schwebt: Bei näherem Hinsehen scheint das abgebildete Wesen nicht nur drei Arme zu haben. Auf dem Kopf scheint sie auch eine Strahlenkrone wie die Freiheitsstatue zu tragen, allerdings hier nur mit drei statt mindestens fünf Zacken.

Wer das Trump-Porträt erstellt hat, ist unklar. Sicher ist bislang nur, dass in Trumps Account fast regelmäßig KI-generiertes Bildmaterial auftaucht - offenkundig zumindest mit Zustimmung des US-Präsidenten. Wenige Minuten nach dem Jesus-Bild erschien eine weniger aufwendig komponierte Montage, die ein Trump-Hotel auf der Mondoberfläche darstellen soll. Auch hier blieb die beabsichtigte Aussage kaum greifbar - abgesehen vom offensichtlichen Wunsch nach mehr Aufmerksamkeit.

Erlöser-Komplex oder gezielte Provokation?

Mit der Jesus-Symbolik scheint Trump jedoch einen Nerv getroffen zu haben: Medien in aller Welt kommentierten die Veröffentlichung. Die Reaktionen reichen von Empörung, Spott bis zu blanken Zweifeln am geistigen Zustand des US-Staatschefs. Das Bild sei "typisch für den KI-Schrott, der regelmäßig über den Social-Media-Account des Präsidenten verbreitet wird", hieß es etwa in der australischen Zeitung "Sydney Morning Herald".

Der US-Präsident reagiere "besonders feindselig auf Kritik, wenn sie von jemandem kommt, von dem er glaubt, dass er ihm Loyalität schuldet - wie er es offenbar bei Leo als Amerikaner ansieht", analysierten Beobachter. Kurz zuvor hatte Trump scharfe Kritik an Papst Leo XIV. geäußert. "Ich bin kein großer Fan von Papst Leo", hatte der US-Präsident am Vorabend vor Journalisten auf dem Luftwaffenstützpunkt Joint Base Andrews nahe der US-Hauptstadt Washington erklärt.

Papst Leo XIV. hatte am Wochenende gemeinsam mit Frankreichs Präsident Emmanuel Macron vor dem Hintergrund des Krieges in der Golf-Region zu Frieden in der Welt aufgerufen. Der Pontifex verurteilte die "sinnlose und unmenschliche Gewalt" im Nahen Osten und erklärte, Christen könnten nicht an der Seite jener stehen, die "heute Bomben abwerfen". Vor Gläubigen im Petersdom sagte der Papst: "Genug des Krieges!"

Trump warf dem Papst daraufhin vor, "mit einem Land zu spielen, das eine Atomwaffe will". Leo XIV. sei "eine sehr liberale Person, und er ist ein Mann, der nicht daran glaubt, Verbrechen zu stoppen", fügte er hinzu. In seinem Social-Media-Kanal legte Trump wenig später nach. Der Papst sei "schrecklich" in Bezug auf Außenpolitik und "schwach" bei der Kriminalitätsbekämpfung, schrieb er auf Truth Social. Der Papst sollte "dankbar" sein, meinte Trump, da er nur Papst geworden sei, weil er US-Amerikaner sei - damit man besser mit Trump umgehen könne. "Wenn ich nicht im Weißen Haus wäre, wäre Leo nicht im Vatikan", behauptete Trump.

Quelle: ntv.de, mmo

Künstliche IntelligenzDonald TrumpUSAPapst Leo XIV.