Nach Feuerpause-EinigungMerz fordert Verhandlungen für dauerhaftes Ende des Iran-Kriegs

Die von US-Präsident Trump angekündigte "Auslöschung einer Zivilisation" scheint im Iran-Krieg vorerst abgewendet. Die Bundesregierung sieht in der Einigung einen wichtigen Schritt. Der Kanzler bietet Deutschlands Beteiligung an weiterführenden Maßnahmen an.
Bundeskanzler Friedrich Merz hat die Einigung auf eine Feuerpause im Iran-Krieg begrüßt und Verhandlungen für ein "dauerhaftes Ende des Krieges" gefordert. "Die Bundesregierung begrüßt die zweiwöchige Waffenruhe, auf die sich die Vereinigten Staaten und Iran in der Nacht verständigt haben", teilte Merz mit. "Ziel muss nun sein, in den nächsten Tagen ein dauerhaftes Ende des Krieges auszuhandeln", hieß es weiter. "Dies wird sich nur auf diplomatischem Weg erreichen lassen."
Entsprechende Verhandlungen dienten "dem Schutz der iranischen Zivilbevölkerung und der Sicherheit in der Region" und könnten "eine schwere weltweite Energiekrise abwenden", so der Kanzler. Die Bundesregierung unterstütze die diplomatischen Bemühungen und sei dazu im Austausch mit den USA und anderen Partnern. Deutschland danke zudem Pakistan "für die Vermittlung dieser wichtigen Vereinbarung".
Die USA und der Iran hatten kurz vor Ablauf des US-Ultimatums an den Iran einer zweiwöchigen Feuerpause im Iran-Krieg zugestimmt. US-Präsident Donald Trump verkündete die "beidseitige Waffenruhe" in seinem Onlinedienst Truth Social. Der Iran erklärte sich im Gegenzug bereit, die Straße von Hormus für vorerst zwei Wochen wieder zu öffnen. Die israelische Regierung erklärte, die Feuerpause zu unterstützen, betonte jedoch, diese gelte nicht für den Libanon. Vor der Einigung hatte Trump dem Iran mit der Auslöschung "einer ganzen Zivilisation" gedroht.
Beteiligung an Sicherung angekündigt
Merz kündigte zudem an, dass sich Deutschland an der Sicherung der Straße von Hormus beteiligen werde. "Deutschland wird in geeigneter Weise dazu beitragen, die freie Schifffahrt in der Hormus-Straße zu gewährleisten", teilte der Kanzler mit. Allerdings fehlt ein Hinweis auf den Zeitpunkt und die Art der Beteiligung.
Die Bundesregierung hatte schon früher angeboten, sich nach Kriegsende bei der Sicherung der Straße von Hormus, einer der wichtigsten Schifffahrtspassagen der Welt, zu beteiligen. Eine Sicherung während der Kampfhandlungen zwischen den USA, Israel und Iran hatte die Bundesregierung wie andere europäische Staaten abgelehnt. Iran hatte die Meerenge vor seiner Küste, durch die etwa ein Fünftel der weltweiten Öl- und Gaslieferungen transportiert wird, faktisch mit der Drohung von Angriffen auf Tanker geschlossen. Die zwischen Teheran und Washington ausgehandelte zweiwöchige Feuerpause sieht unter anderem die Öffnung der Straße von Hormus vor.
"Endlich eine frohe Botschaft"
Auch Bundesaußenminister Johann Wadephul hat die Entscheidung der Konfliktparteien für eine Waffenruhe im Iran-Krieg begrüßt. "Endlich eine frohe Botschaft auch in der Politik", schrieb Wadephul bei X. Deutschlands Chefdiplomat fügte an, die Einigung müsse "der entscheidende erste Schritt auf dem Weg hin zu einer dauerhaften Befriedung" sein. "Die Folgen einer Fortsetzung des Krieges wären unübersehbar", ergänzte er.
Wadephul dankte allen Beteiligten, die die Vereinbarung unterstützt hätten, "insbesondere Pakistan". Deutschland werde den "Weg der Diplomatie nach Kräften unterstützen".