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Gipfel geht in die Verlängerung Nächste Klimakonferenz tagt in Chile

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Die bislang zugesagten Maßnahmen reichen bei weitem nicht, um die Erderwärmung wie zugesagt auf unter zwei Grad zu begrenzen.

(Foto: dpa)

Eigentlich stand es schon fest: Die UN-Klimakonferenz 2019 findet in Brasilien statt. Doch mit dem Regierungswechsel im Land könnte das schwierig werden. Deshalb wird auf dem Klimagipfel in Kattowitz ein neuer Gastgeber ernannt. An anderer Stelle herrscht noch Diskussionsbedarf.

Chile ist der Gastgeber der UN-Klimakonferenz 2019. Das südamerikanische Land richte das Treffen Ende kommenden Jahres aus, wurde bei der Weltklimakonferenz in Kattowitz im Plenum bekannt gegeben. Eigentlich war Brasilien als Gastgeber vorgesehen, dort kommt im Januar allerdings eine Regierung ins Amt, die einem vom Menschen verursachten Klimawandel skeptisch gegenübersteht.

Im Januar tritt der Sieger der brasilianischen Präsidentschaftswahl, der rechtsradikale Ex-Offizier Jair Bolsonaro, sein Amt an der Staatsspitze an. Der auch "brasilianischer Trump" genannte Politiker hatte bereits angedeutet, dass er ähnlich wie der US-Präsident das Pariser Klimaabkommen aufkündigen könnte. Zudem will Bolsonaro die Beschränkungen für eine Abholzung des Regenwaldes aufheben. Sein designierter Außenminister Ernesto Araújo tat in einem Zeitungsbeitrag die Warnungen der Wissenschaftler vor dem Klimawandel als "Panikmache" ab.

Die aktuelle Klimakonferenz in Kattowitz wird derweil über das vorgesehene reguläre Ende hinaus fortgesetzt, weil zentrale Streitpunkte der Verhandlungen der 196 Staaten und der EU noch ungelöst sind. Unterhändler richten sich daher auf eine Sitzung bis in die Nacht auf Samstag ein.

Ärmere Staaten fordern verlässliche Zusagen

Ziel des Gipfels ist unter anderem ein Regelwerk für die praktische Umsetzung des Pariser Klimaabkommens von 2015. Damals wurde vereinbart, dass die Erderwärmung auf weniger als zwei Grad begrenzt werden soll, möglichst sogar auf 1,5 Grad. Die zugesagten Maßnahmen der Staaten reichen dafür aber bei weitem nicht aus.

Ein Konflikt auf der Konferenz ist, dass die ärmeren und vom Klimawandel besonders betroffenen Staaten verlässliche und längerfristige Finanzzusagen wollen. Zudem fordern sie eine öffentlich sichtbare Anerkennung der Schäden, die Klimawandel-Folgen wie Hitze, Dürre oder Überschwemmungen anrichten. Gestritten wird auch um ein klares Bekenntnis zum 1,5-Grad-Ziel, das ein radikales Umsteuern erfordern würde.

Quelle: n-tv.de, ftü/dpa/AFP

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