Politik

Satelliten vor Hackern schützen Nato rüstet sich für Kriege im Weltraum

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Der erste Kommunikationssatellit der Bundeswehr flog 2009 ins All.

(Foto: picture-alliance/ dpa)

Vor dem großen Nato-Gipfel im Dezember rammt das Bündnis Grundpfeiler für die Zukunft ein. Neues Einsatzgebiet soll der Weltraum werden, beschließen die 29 Mitgliedstaaten in Brüssel. Zwar sollen keine Waffen im All stationiert werden, doch die rund 1000 Satelliten der Nato-Mitglieder brauchen Schutz.

Die Nato will den Weltraum zu einem neuen Einsatzgebiet erklären. Generalsekretär Jens Stoltenberg sagte in Brüssel, er erwarte, dass die Außenminister der Militärallianz am Mittwoch "den Weltraum als Operationsbereich" neben den bisherigen Einsatzbereichen Luft, Land, See und Cyberspace anerkennen. Der Weltraum sei "unentbehrlich für die Verteidigung und Abschreckung der Allianz". Eigene Waffen werde die Nato aber nicht im Weltraum stationieren.

Im Juni hatten die Nato-Verteidigungsminister erstmals eine Weltraum-Strategie beschlossen. Das Bündnis will damit vor allem Satelliten schützen, die für die Kommunikation bei Einsätzen, zur Navigation, für Frühwarnsysteme zu Raketenstarts und Lagebilder in Konfliktgebieten wichtig sind.

Das Hacken und Stören von Satelliten gewinnt zunehmend an Bedeutung. Bündnis-Vertreter verweisen darauf, dass Länder wie China und Russland Möglichkeiten zur Beeinträchtigung oder gar Zerstörung von Satelliten getestet haben. Im Oktober 2017 kam ein russischer Satellit einem französisch-italienischen Satelliten für militärische Kommunikation auffällig nahe. Paris bezichtigte Moskau daraufhin der Spionage.

Nato-Chef: Keine militärische Präsenz im Weltall

Stoltenberg verwies darauf, dass derzeit rund 2000 aktive Satelliten die Erde umkreisten. "Rund die Hälfte gehören Nato-Ländern", sagte der Generalsekretär. Sie müssten geschützt werden. Die Nato habe aber "nicht die Absicht, Waffen in den Weltraum zu bringen". Die Nato hatte zwischen den 1970er und den 1990er Jahren mehrere Satelliten für militärische Kommunikation ins All geschickt. Inzwischen verzichtet das Bündnis aber auf eigene Kapazitäten im Weltraum und nutzt Satelliten der Nato-Mitgliedsstaaten.

Stoltenberg spielte damit darauf an, dass die Nato immer mehr von Technik im All abhängig ist. Über Satelliten läuft die Kommunikation bei Militäreinsätzen, sie werden zur Aufklärung und Spionage sowie für Navigationssysteme genutzt. Im Umkehrschluss bedeutet dies, dass ein Angriff auf Satelliten der Nato-Staaten ihre Verteidigungsfähigkeit erheblich einschränken könnte. Hinzu kommt, dass Angriffe auf Satelliten im Fall eines Krieges genutzt werden könnten, um Teile des öffentlichen Lebens lahmzulegen. So könnten zum Beispiel die Abwicklung des bargeldlosen Zahlungsverkehrs und Navigationssysteme für den Straßen-, See- und Luftverkehr schwer beeinträchtigt werden.

Russland, Indien und China rüsten auf

Neben dem Nato-Land USA haben zuletzt vor allem Staaten wie Russland, China und Indien ihre Fähigkeiten im Weltraum erheblich ausgebaut. Indien testete zuletzt im Frühjahr durch das Abschießen eines eigenen Satelliten erfolgreich eine Anti-Satelliten-Rakete. Zudem werden zunehmend Fähigkeiten erprobt, Satelliten zum Beispiel durch Laser oder Cyberattacken auszuschalten.

Stoltenberg wollte sich nicht zur Zusammenarbeit mit Nato-Ländern wie den USA oder Frankreich äußern, die verstärkt auf militärische Präsenz im Weltall setzen. So hat US-Präsident Donald Trump im August ein eigenes militärisches "Weltraumkommando" aus der Taufe gehoben. Es soll laut Trump sicherstellen, dass die Dominanz Amerikas im Weltraum nie bedroht werde.

Im Jahr 2016 hatte das Bündnis bereits den Cyberspace neben den traditionellen Einsatzbereichen Luft, Boden und See zum eigenständigen Operationsgebiet erklärt. Hacker-Angriffe können seitdem auch den Bündnisfall auslösen.

Quelle: n-tv.de, mau/AFP/dpa